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Foreign Exchange: Auf zur Weinprobe

In Frankreich sind Radwege grün ausgewiesen.

Im Urlaub konnte ich die südfranzösische Fahrradinfrastruktur einmal mehr selber in Augenschein nehmen. In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan, vieles kann noch verbessert werden. 

Großzügig ist anders!

In diesem Jahr stand ein Besuch im Chateau de Jau in Cases-de-Pène auf dem Programm. Während der Rest meiner Urlaubsgruppe die Anfahrt mit dem PKW vorzog, wollte ich die rund 40 Kilometer vom Mittelmeer bis an die Berge mit dem Fahrrad zurücklegen. Los ging die Fahrt in Le Barcares. Am Ortseingang erwarten mich auf der Hauptstraße sehr schmale Schutzstreifen, die sich allerdings als nicht so schlimm wie erwartet darstellen. Zum einen gibt es am rechten Fahrbahnrand keine parkenden Autos, zum anderen halten nahezu alle vorbeifahrenden Autos einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu mir ein. Ich bin überrascht, denn sowas kenne ich aus Wuppertal nicht. Nach zwei Kilometern kann ich die Hauptstraße verlassen und über einen Rad/Fussgängerweg am Meer entlang fahren. Der Weg ist zunächst geschottert, dann später geht die Fahrt über Beton. Der Weg endet am Marktplatz von LeBarcares.

Ein vorbildlicher Rad/Fußweg.

Weiter geht es in Richtung Rivesaltes. Vom Mittelmeerstrand wurde kombinierter Rad/Fussgängerweg entlang des Flusses Agly angelegt. Der großzügig bemessene Weg folgt den Bogen des Flusses. Zunächst besteht der Weg aus einer gemeinsamen Asphaltfläche, später teilt sich der Weg in einen geschotterten und einen asphaltierten Teil, ohne eine Zuweisung für bestimmte Benutzergruppen. Der Weg führt ohne Unterbrechung rund 20 Kilometer in‘s Landesinnere. An den Straßenbrücken wird der Weg abgesenkt und unter der Straße hergeführt. Lediglich an der Unterquerung der Autobahn wird es schwieriger. Der Weg endet einige Meter vor der Autobahn, die Radroute wird ab hier über kleine Straßen geführt. Die Autobahn wird mit Hilfe einer zwei Meter hohen, unbeleuchteten und sandigen Unterführung unterquert. Sehr abenteuerlich, aber auch sehr witzig. Für mich zumindest. Anschließend erreiche ich das Städtchen Rivesaltes.

Kein Witz, sondern eine Unterführung!

In Rievsaltes mache ich eine kurze Pause und fahre durch die enge Altstadt. Leider gibt es hier sehr viel motorisierten Verkehr und fast keinen Fahrradverkehr, und so ist die schöne Altstadt durch viele Autos zugeparkt – schade eigentlich. An der Uferpromenade fahre ich weiter in Richtung Espira-de-l’Agly. Für dieses Teilstück habe ich mir eine kleine Nebenstraße ausgesucht, doch die D5D, entpuppte sich leider nicht als Geheimtipp, sondern als Rennstrecke für die Einheimischen. Ein schwacher Trost: Immerhin wurde ich mit genügend Seitenabstand überholt. Das nächste Teilstück von Espira-de-l’Agly bis Cases-de-Pène war das unangenehmste Stück der Tour. Es ging über die Hauptstraße. Das heißt: 90 km/h erlaubt, einspurig, kein Radweg. Entsprechend genervt kam ich auch in Cases-de-Pène an. Dort war am Ortseingang bereits ein Radweg nach Estagel über mein Ziel, das Chateau de Jau, ausgeschildert. Der Weg führte auf Nebenstraßen vom Tal durch das am Hang liegenden Dorf und über den Hügel und bot sogar eine kleine Abfahrt zurück in‘s Tal. Der Weg führte weiter durch den lokalen Weinanbau bis zu meinem Ziel, an dem dann eine ausführliche Weinprobe wartete.

Ein Kommentar

  1. Rainer Frohnhoff Rainer Frohnhoff

    So eine witzige Autobahnunterführung gibt es auch am nördlichen Ende der Korkenziehertrasse, und wenn sie durchgängig wäre ersparte sie einen hunderte Meter langen Umweg mit „Bettelampel“.
    Aber natürlich ist Sie vergittert…, und das muss auch so sein aus Gründen des Umweltschutzes, der Unfallverhütung und sowieso vorbehaltlich eines Gender-Gutachtens.
    Das KO-Kriterium wird in Deutschland wohl der unbefestigte Boden sein: Man kann keinen weißen Strich aufbringen! 🙁

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