Gegenverkehr beachten!

einbahnMein Fahrlehrer hat immer gesagt: Fahre jeden Tag so, als würdest du die Strecke zum ersten Mal fahren. Recht hat er! Im letzten Jahr wurden glücklicherweise zahlreiche Einbahnstraßen in Wuppertal für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben. Leider hat sich das noch nicht bei allen motorisierten Verkehrsteilnehmern rumgesprochen. Die Konsequenz: Es entstehen leider immer wieder gefährliche Situationen, da viele Kraftfahrer mit dieser Regelung nicht vertraut sind. Gerade im Lusienviertel passiert es mir häufig, dass sich der mir entgegenkommende Autoverkehr die geltenden Verkehrsregeln (insbesondere §6 der StVO) ignorieren und/oder mich absichtlich abdrängen wollen. Im Vorbeifahren wird dann noch gerne eine Beleidigung mitgeteilt. Auf den Hinweis, dass  Radfahrer von der Einbahnstraßenregelung ausgenommen sind, wird meist das Autofenster wieder hochgefahren oder noch eine Beleidigung hinterher geschoben. Wenn ein Gespräch entstehen sollte, wird es dann noch haarsträubender: So heißt es dann auch mal „Radfahrer haben sowieso keine Vorfahrt“, „Radfahrer dürfen in einer freigegebenen Einbahnstraße nur auf dem Bordstein fahren“ oder „Das schnellere Fahrzeug darf eher fahren“. Das ein Radfahrer in einer freigegeben Einbahnstraße auch Vorfahrt haben könnte, leuchtete nur den wenigsten ein. Meine Frage nun:
Was sind eure Erfahrungen in freigegebenen Einbahnstraßen?
Habt ihr ähnliches zu berichten, oder habe ich in den letzten Wochen einfach nur Pech gehabt?

Weitere Informationen zum Thema:
Rad vs Auto: Wer hat Vorfahrt (Stern.de)
Vorfahrt an Einbahnstraßen (knetfeder.de)

17 Kommentare

  1. naja, auf dem oelberg sind die spannenden strecken ( die steil bergauf und bergab ) nicht frei gegeben, nur die mit wenig reliefenergie – schade, die waeren auch sehr streckenverkuerzend gewesen…
    aber das war ja nicht die frage 🙂

    ich bleibe auf der fahrbahn und ignoriere kfz-treiber. vielleich guck ich auch nur grimmig genug.

  2. Sind Autofahrer nicht grundsätzlich in der Lage die StVO zu interpretieren?
    Im Luiesenviertel habe ich keine Erfahrung, jedoch auf den Westfahlenweg. Hier meinen auch die Autofahrer sie haben grundsätzlich Vorfahrt und drängen einen Radfahrer gerne auf den Fußweg ab, dieser ist nur durch eine durchgezogene Linie von der Straße getrennt.
    Gelegentlich mache ich mich dann etwas breiter und zwinge so den Autofahrer zum Anhalten.

  3. Stimmt äußerst genau was du hier beschreibst. Generell fahren die Kfz-Fahrer mit Tempo rein und erwarten, dass du klein bei gibst. Wenn ich Vorfahrt habe, fahre ich weiter und zeige dann, dass sie Platz machen sollen. Es sind aber oft Neandertaler unterwegs…

  4. Kann ich bestätigen, die Gosenburg ist schon seit geraumer Zeit für Fahrradfahrer freigegeben, dies hat sich jedoch noch nicht herum gesprochen, nicht einmal unter den Anwohnern.
    Schon so manche haarsträubende Situation gehabt.

  5. Ich wurde bisher jedes Mal, wenn ich in Elberfeld an der Bibliothek vorbei fuhr (freigegebene Einbahnstraße) angepöbelt und/oder angehupt. Gefährlich wurde es aber bisher nie. Nur halt sehr lästig. Sehr gruselig finde ich die freigegebene Fresestraße. Als ich davon hörte, das dies geplant ist, teilte ich der Stadt meine Bedenken mit. Die Autos parken dort bis knapp an die Einmündung und es steht in 90% der Fälle ein großer Transporter dort. Ich teilte mit, dass es ein ausgedehnteres Parkverbot bräuchte, damit man dort als Radfahrer gefahrlos in die andere Richtung fahren kann. Das sicherte man mir auch zu, aber passiert ist nichts. Ich fahre dort oft mit dem Auto lang und habe jedes Mal Angst, einen Radfahrer zu übersehen. Man kann die Straße überhaupt nicht einsehen und um sicher zu gehen, müsste man sich langsam hinein tasten, was natürlich niemand macht. Also ich werde die Straße als Radfahrer nicht nutzen. Das ist mir viel zu gefährlich. Gerade in der Gegend fahren die Autofahrer ziemlich abenteuerlich.

    1. Kann ich leider nur bestätigen. Gerade in die Fresestraße wird gerne ’sportlich‘ eingebogen. Fahre dort auch nur ziemlich vorsichtig runter.

  6. Im Bereich Ostersbaum werden anscheinend auch bald die Einbahnstraßen geöffnet, beschlossen wurde dies bereits im Dezember, nun gibt es in Kurvenbereichen, z.B. am NBT-Zugang Schleswiger Straße und am Platz der Republik in den engen Kurvenbereichen Fahrbahnmarkierungen für Radler. Ich hoffe, es hilft…

    1. Ich hoffe das auch. In Oberbarmen gibt es ebenfalls eine unübersichtliche Kurve, in der extra ein Schutzstreifen mit Sicherheitsbereich angelegt worden ist. Bin da nur ein Mal hergefahren und dabei fast von einem Polo, der die Kurve stark geschnitten hatte, umgefahren worden.

      1. Ist ja auch nur gestrichelte Linie, die dürfen da ja sogar drüber fahren, das versteh ich nicht so ganz.. Habe auch gesehen, dass die geschnitten werden, als wären die nicht da.

  7. Das mehr oder weniger schöne „Miteinander“ von Autofahrern und Radfahrern oder überhaupt von Verkehrsteilnehmern ist auch immer einem lokalem Kolorit unterworfen. In einer Stadt, in der naturgemäß mehr Radfahrer unterwegs sind und die Radfahrern mehr Platz und Rechte einräumt (ich möchte nicht schon wieder Münster nennen 😉 ist da normalerweise mehr Entgegenkommen und ein größeres Bewusstsein vorhanden, als wie in bergischen Städten, die naturgemäß nur ein vergleichbar kleines Radfahrerverkehrsaufkommen besitzen. Ich slbst fahre seit Jahrtzehnten in Hagen, sowie in IS, Schwerte, DO, WIT. Hier geht es eindeutig weniger rüde zu. Auffällig ist, dass das eine Frage der Grundeinstellung, des fehlenden Grundbewusstseins für die Probleme der Rradfahrer ist und keine Frage, ob Autofahrer oder nicht.
    Bestes Beispiel: Gevelsberg auf halbem Wege nach WTAL. Hier gibt es einen Rad-/Fußweg (gemischt), der etwa vom Vogelsang am neuen Ennepepark vorbei, durch das Stefansbecker Tal bis zur L666 führt. In der Stefansbecke gibt es auf dem 3 Meter breiten, meist asphaltierten Weg JEDES MAL Probleme, weil die Köter nicht angeleint werden. Da kann man auch nach ermahnenden Worten 5 Minuten später wieder zurück fahren und muss getrost damit rechnen, das einem die gleichen Tiere wieder vors Bike springen. Das mag es woanders auch geben, aber die Selbstverständlichkeit, mit der die Hunde direkt beim Beginn des Rad-/Fußweges abgeleint werden, ist erschreckend und zeigt, dass das Grundverständnis für Radfahrer in Gevelsberg nicht annähernd vorhanden ist. Ich sehe es als Aufgabe der Radfahrerlobby (Vereine, ADFC) und der Kommune für mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme zu sorgen. Die ewigen Diskussionen und Streitereien Autofahrer vs. Radfahrer helfen da leider nicht weiter, obwohl jeder Radfahrer meist auch Auto fährt und umgekehrt. Helfen kann nur Aufklärung über die bestehenden Probleme und Rechtssituationen und wenn das nicht hilft, sofortige Strafen. Wenn’s um Blitzaktionen geht, ist die Polizei ja auch mit Hundertschaften im Einsatz. Können Sie ja auch mal die für Radfahrer neuralgischen Punkte überwachen (Einbahnstraßen, Bahnübergänge, Kreisverkehre).

    VG aus Hagen
    Jaykay
    Zee-Aylienz e.V.

  8. Mich stresst Radfahren in der Stadt ganz massiv, egal ob in Wtal oder woanders (Köln ist besonders schlimm). Mit den freigegebenen Einbahnstraßen in Wtal habe ich leider fast nur schlechte Erfahrungen gemacht. Selbst in der Luisenstraße (immerhin auch eine ausgeschilderte Fahrradstraße wen ich mich nicht irre), werde ich regelmäßig angehupt, Autofahrer blockieren die Fahrbahn und verweisen mich auf en Fußweg… Meistens bleibe ich stur, habe das CS-Spray aber aus gemachten Erfahrungen mittlerweile auch griffbereit. Schlimm dass man sich als Radfahrer zwischenzeitlich schon bewaffnen muss um sich gegen tätliche Angriffe von Autofahrern zur Wehr zu setzen! Es sind zwar die absoluten Ausnahmen und ist in den letzten 2 Jahren auch nur 3x vorgekommen, aber…

    Nur solange mich Autofahrer angehen, weil ich mit meinem „kleinen Rädern“ (fahre ein Faltrad mit 18“) „gar nicht auf der Straße fahren darf – wegen der Mindestgeschwindigkeit von 30km/h in der Stadt“, immer noch von der allgemeinen Radwegbenutzungspflicht ausgegangen wird – wundert mich gar nichts mehr und der Spaß am Radfahren vergeht mir (leider) immer mehr. Entsprechend habe ich in 2014 auch erst 200km gemacht – trotz des guten Wetters.

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