ÖPNV und Radverkehr: Ergebnisse des VRR-Onlinedialogs

Im September des letzten Jahres führte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), unter dem Namen Online-Dialog, eine Nutzerumfrage zum Thema Fahrrad und ÖPNV durch. Abgefragt wurden u.a. das Nutzungsverhalten von Leihrädern, die Anbindung von ÖPNV-Haltepunkten und die Zufriedenheit mit den Informationsangeboten des Verkehrsverbunds.

Mieträder seien zwar eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV, es müsse allerdings noch bei der Verfügbarkeit, beim Preismodell und bei der Art der Abrechnung einiges getan werden. Aus den Einsendungen wird klar, „dass den Fahrgästen ein möglichst einfacher Zugang zum Leihradsystem, ein verständlicher und unkomplizierter Tarif und entsprechend auch eine transparente Abrechnung besonders wichtig sind“, erklärt José Luis Castrillo, Vorstand des VRR in der Zeitschrift Spectrum.

Die Anbindung der ÖPNV-Haltepunkte sei von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Die Mehrheit der Teilnehmer attestieret allerdings häufig eine schlechte Ausschilderung von Bahnhof zu Bahnhof. Außerdem wird der Autoverkehr auf Hauptstraßen als Gefahrenquelle wahrgenommen. Dies sei ein weiteres Hemmnis bei der Nutzung des Fahrrads auf dem Weg zum ÖPNV-Verknüpfungspunkt. Daraus folgt, dass bei allen Abstell- Leih- und Mitnahmekonzepten eine, aus Nutzersicht, ungefährliche Erreichbarkeit des Haltepunkts gewährleistet seien solle.

Der Themenkomplex Informationsangebote konzentriert sich auf den Bereich der VRR-App. Durch eine Option könnten beispielsweise Teilabschnitte der Route als Radstrecke ausgewiesen werden, außerdem sind Informationen zu den Abstellanlagen an den Haltepunkten gewünscht.

Zwar hatte der VRR die Fahrradmitnahme in Bus und Bahn nicht explizit abgefragt, doch ein Großteil der Teilnehmer des Online-Dialogs thematisierten diese alltäglichen Probleme in diesem Themenkomplex. Hauptkritikpunkte waren das Raumangebot in Bus und Bahn (zu wenig), Konflikte mit anderen Reisenden (Klappsitze!) und der Situation an den Bahnsteigen (mangelhaft). So wünschen sich viele Kunden eine bessere Information über die Postion des Mehrzweckabteils, sowie einen besseren Zugang zum Gleis, sei es durch Aufzüge, Schieberinnen oder Rampen. Im Zug selbst sollten die Abstellflächen für Fahrräder besser gekennzeichnet werden, außerdem könnte durch platzsparenden Befestigungsmöglichkeiten wie z.B. Vorderradaufhängung mehr Platz im Zug gewonnen werden.

Die gesamte Auswertung kann VRR-Magazin Spectrum nachgelesen werden. Die Aktionsseite ist weiterhin online. Hier kann man auch die teilweise sehr unterhaltsamen Schilderungen der Nutzer nachlesen.

1 Kommentar

  1. Mich wundert nicht, das die Fahrradmitnahme von Seiten des VRR nicht thematisiert werden sollte. Die Missstände sind hier ja schön zusammengeschrieben, mir bestens persönlich vertraut und bestimmt auch den VRR nicht fremd. Ergänzend fällt mir noch das Thema Busse ein, wo es einem Lotteriespiel gleicht, ob der Fahrer einen mitnimmt oder nicht. Müssen müssen sie jedenfalls nicht.

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