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Wie berichtet wurden bereits vor einigen Wochen Mirker- und Eckernförder-Straße für den Radverkehr in die Gegenrichtung geöffnet. Gestern habe ich mir erstmals selbst ein Bild von der Umgestaltung machen können: Durch die Öffnung der Mirker Straße ist möglich von der Wiesenstraße aus kommend in moderater Steigung auf die Nordbahntrasse zu gelangen. In Richtung Uellendahler Straße ist es nun möglich durch die Eckernförder Straße zu fahren. An der Kreuzung besteht dann die Möglichkeit in alle Richtungen abzubiegen (nicht etwa nur in Richtung B7). Die neue Beschilderung ist sehr eindeutig. Es gibt Hinweisschilder auf beiden Straßenseiten und Fahrrichtungen. Zwischen dem Mirker Bahnhof und der Einmündung der Neuen Friedrichstraße ist nun ein Radstreifen in die Gegenrichtung eingerichtet worden. Insgesamt macht die neue Anlage einen vorbildlichen Eindruck, weiter so!

Das Positive vorweg: Langsam nehmen die Anbindungen an die Nordbahntrasse Gestalt an. In Elberfeld wurde nun die Mirker Straße für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben. An der Eckernförder Straße besteht nicht nur die Möglichkeit gegen die Fahrtrichtung die Straße zu befahren, sondern auch mit Hilfe einer Anforderungsampel sicher aus der Straße auszufahren. Auch in Barmen nimmt die Anbindung Formen an: Die Umgestaltung der Westkotter Straße ist bereits seit einigen Wochen abgeschlossen und aus Radfahrersicht sind vorbildliche Verbesserungen zu erkennen. Die vier Fahrspuren wurden auf zwei Fahrspuren zurückgebaut und Radwege in beide Richtungen angelegt. Gerade auf dem Weg nach oben eine massive Erleichterung (man fühlt sich vom motorisierten Verkehr nicht mehr den Berg hochgetrieben) und eine gelungene Anbindung an die Nordbahntrasse, sollte diese eines Tages einmal fertig gestellt sein. Ich hätte mir natürlich noch gewünscht, dass die Briller Straße entsprechen umgestaltet wird, aber diese Chance ist wohl auf längere Zeit vertan, schade!

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Dieser zieht sich seit geraumer Zeit über die eigentliche Trasse. Nun ist laut WDR und ADFC der schwelende Streit über die „Außenäste“, also die Bereiche von Vohwinkel bis zum Dorp-Tunnel und vom Bahnhof Wichlinghausen bis zum Schee-Tunnel eskaliert. Im WDR-Interview stellte der Vorsitzende der WuppertalBewegung Carsten Gerhardt klar, das sein Verein die von der Stadt festgestellten Mehrkosten von rund einer Millionen Euro nicht übernehmen möchte.

Eine Kompromisslösung könnte sein, dass der Ausbaustandard der Trasse abgespeckt würde. Statt der sechs Meter Wegbereite ist eine Reduzierung auf drei bis vier Meter denkbar. Der ADFC in Wuppertal berichtete bereits am 9. November von abgespeckten Baustandards, entscheiden soll sich das ganze am 17. November (also heute), dann steht ein Treffen zwischen Stadt und Land auf dem Terminkalender. Und noch eine schlechte Nachricht konnte man dem WDR-Interview entnehmen: Die Trasse soll nun erst 2014 durchgängig befahrbar sein.

Update: Der dringend benötigte Eingenmittelnachweis für die Außenäste der Trasse ist laut Westdeutscher Zeitung erbracht worden und kann nun bei der Landesregierung eingereicht werden. Der Artikel bestätigt noch einmal die abermals verlängerte Bauzeit. Aktuell plant die Stadt den innerstädtischen Bereich im Jahre 2013, die Außenäste 2014 fertig zu stellen. Eine weitere Verzögerung kann den Verlust von Fördermitteln zur Folge haben. (Danke an Michael)


Wenn’s mal nicht so hügelig seien soll, dann bin ich gerne im Rheinland unterwegs. Als Alternative zur meiner im Sommer oft gefahrenen Route über Ürdingen, fahre ich in der letzten Zeit gerne über Neuss. Vom Südpark geht’s los durch Blik, am Rhein entlang bis zur Theodor-Heuss-Brücke, dann über die Hansaallee wieder an den Rhein, durch Neuss (mit optionalen Pizza-Stopp) über die Fleher Brücke wieder zurück nach Düsseldorf. Ich finde die Strecke abwechslungsreich, es geht durch die Stadt (logisch), Wälder (wenn auch kurz) und am Rhein entlang (Oh, Wunder!). Von der „Hauptstrecke“ aus, kann man immer wieder leicht variieren, was die Strecke (für mich hoffentlich) auf Dauer attraktiv hält.

GPSies - Düsseldorf - Neuss - Düsseldorf


… und auf den Radwegen im Tal sind doch noch erstaunlich viele Radfahrer unterwegs, und auch der gelegentliche Regen- und Hagelschauer hält einige hartgesottene Radler nicht davon ab mit dem Fahrrad durch Wuppertal zu fahren. Für mich persönlich rächt es sich jetzt, dass ich damals ein eher puristisches Rad ohne Gepäckträger und leider auch ohne Schutzbleche gekauft habe. Für eine Freizeit-Tour ist es natürlich egal, aber für die regelmässige Radnutzung, vor allem wenn man das Rad als Verkehrsmittel nutzen möchte, sollten Schutzbleche, ein Gepäckträger und eine Lichtanlage schon sein. Das wurde wir kürzlich am Loh klar, als ein mittäglicher Hagelschauer meine Fahrt Richtung Barmen jäh unterbrach. Ich konnte mich zwar unterstellen, aber nachdem der Schauer abgezogen war, waren die Straßen noch so nass, das meine Räder eine nicht unerhebliche Menge an Wasser auf meinem Körper verteilten.

Der Dorrenbergtunnel im Herbst 2008

Noch im September soll die Auftragsvergabe für ein weiteres Stück Nordbahntrasse vollzogen werden. Zwischen dem Mirker Bahnhof und dem Dorrenbergtunnel soll, nach Informationen der Stadt Wuppertal, ein weiteres Stück Trasse entstehen. Auch die Lehrrohrverlegung zwischen dem Tunnel Rott und der Brücke Westkotter Straße soll inzwischen weitgehend abgeschlossen sein.

 

Gestern war ich dann doch überrascht: Es tut sich was auf der Nordbahntrasse. Ab der Brücke Konsumstraße war die Trasse durchgängig bis zum Ottenbrucher Bahnhof befahrbar. Grund genug das Handy aus der Tasche zu holen und ein paar Aufnahmen zu machen, wer weiss schon wie lange dieser Zustand noch so anhalten wird.

In den Medien gab es in den letzen Tagen auch ganz gute Signale bezüglich der Bauarbeiten an der Trasse. Der Tunnel Engelnberg soll kurzfristig mit einer provisorischen Beleuchtung ausgestattet werden und es könnte sein, dass ab September die Durchfahrt unter der Brücke Konsumstraße zumindest am Wochenende wieder möglich ist. Nach dem Schreddern des Gleisschotters zwischen den Bahnhöfen Ottenbruch und Mirke ist eine glattgewalzte Oberfläche entstanden, die sich jetzt schon mit dem Fahrrad ganz gut befahren lässt, und vielleicht gibt es dieses Jahr schon einen fertigen Weg zwischen dem Ottenbrucher Bahnhof und Zugang Briller Straße sowie zwischen Dorrenberg und Mirke. Der Dorrenberg-Tunnel allerdings wird frühestens im nächsten Jahr befahrbar sein.

Das der gezeigte Zustand nicht anhalten wird ist, wie auch die Tatsache dass es sich um eine Baustelle, die nicht für die Öffentlichkeit freigegeben ist handelt, sicher einleuchtend. Trotzdem weise ich nochmals drauf hin.

Weitere Links zum Thema:
Engels-Magazin: Über sieben Brücken …
ADFC-Wuppertal: Die Strecke im Bau
WZ-Wuppertal: Es geht voran! | Interview mit Carsten Gehardt

Durch die Eröffnung des Panoramaradweg Niederbergbahn ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Rundstrecken von Wuppertal oder vom S9-Haltepunkt Wülfrath-Aprath. Diese rund 26 Kilometer lange Tour nutzt – beginnend vom S-Bahn-Haltepunkt den Panoramaradweg als Aufstieg nach Velbert und folgt dem Radweg über die zahlreichen Viadukte zwischen Velbert und Heiligenhaus. Kurz vor der Unterbrechung der Strecke an der Abtskücher Straße wird der Radweg verlassen. Weiter geht es durch eine Siedlung, gefolgt von einer rasanten Abfahrt nach Flandersbach. Von dort aus geht es über die Flandersbacher Straße und über den Außenast des Panoramaradwegs weiter nach Wülfrath-Aprath

Die Karte zur Runde kann hier bei Google Maps einsehen.

Nun ist er also eröffnet, der „PanoramaRadweg niederbergbahn„, und scheinbar hat man alles richtig gemacht. Schon um die Mittagszeit war der Radweg sehr gut gefüllt, und die zahlreichen Veranstaltungen am Wegesrand ließen Volksfeststimmung aufkommen, und zeigte die Verbundenheit der an der Trasse liegenen Kommunen, die nicht nur den Radweg, sondern auch sich selbst feierten.

Kurz vor dem Zeittunnel in Wülfrath

Bereits am ersten Tag zeigte sich, dass der Panorama-Radweg eine Erfolgsgeschichte ist: Menschen im Rollstuhl oder mit Rolatoren, junge Familien, Kinder, Tourenfahrer, Segwaypiloten, Liegeräder … alles was sich ohne Motor fortbewegte (nehmen wir hier mal die Pedalecs und Segways aus) war willkommen und auch vertreten. Der Weg zeigt uns aber auch, dass der Bergische Trassenverbund wächst: Die Korkenziehertrasse ist bekanntlich bereits fertig. Die letzte Etape des Wasserquintett-Radweg ist in Bau, der Balkanexpress nach Leverkusen ist in Planung und auch auf der Nordbahntrasse geht es – wenn auch sehr langsam – voran. Heute war ein guter Tag für die Fahrradinfrastruktur in unserer Region, doch was springt für den Wuppertaler heraus?

Von Wuppertal aus sind so ganz neue Touren möglich. Am Ende des Panoramaradwegs kann man mit der Bahn von Essen-Kettwig über Düsseldorf nach Wuppertal zurückfahren. Noch schneller geht es, wenn man den Ruhrradweg bis Essen-Kupferdreh weiterfährt. Dort kann man mit der S9 nach Wuppertal reisen.

Bildergalerie der Eröffnung
Lokalzeitbeitrag zur Eröffnung (WDR)
Offizielle Webseite des „PanoramaRadweg niederbergbahn