Auf dem Weg von der Uni in’s Tal kam ich heute an dieser ungewöhnlichen Straßensperrung vorbei. Der Bürgersteig ist hier mit dem Verkehrszeichen 240 als gemeinsamer Fuß- und Radweg ausgezeichnet. Grundsätzlich eine gute Idee an dieser Stelle, da dieser Weg auch die Durchfahrt einer Einbahnstraße auf dem Bürgersteig ermöglicht. Das nun aber ausgerechnet ein Fahrrad die Durchfahrt dieses Wegs behindert hat mich doch zum schmunzeln gebracht.

Schlimmer geht immer, so scheint inzwischen das Credo bei Diskussionen rund um die Nordbahntrasse zu sein. Auf der einen Seite die Umweltschützer, die nach Fledermaus und Kammmolch nun den Feuersalamander für sich entdeckt haben. Auf der anderen Seite die WuppertalBewegung und die Stadt die sich den ’schwarzen Peter‘ gegenseitig zuschieben. Konkret geht es um Erkundungsarbeiten die in der letzten Woche vor dem Portal des Scheetunnels durchgeführt worden sind, um nach einem Entwässerungssystem zu suchen. Die Naturschützer kritisieren nun, dass diese Schürfungsarbeiten mit einem kleinen Bagger durchführt worden sind. Um ihrem Standpunkt Nachdruck zu verleihen erwirkten sie einen Baustopp rund um den Tunnel Schee bei der Düsseldorfer Bezirksregierung.

Dabei hatten sich, laut WuppertalBewegung und ADFC Wuppertal, alle Beteiligten – unter ihnen auch eine Mitarbeiterin der Unteren Landschaftsbehörde in Wuppertal – für die Arbeiten auch unter Verwendung eines Baggers verständigt. Unverständlich ist nun, dass die Stadt darauf beharrt das es „immer klar gewesen (sei), dass nur händisch, also keinesfalls mit einem Bagger, gearbeitet werden dürfe.“ so Baudezernent Frank Meyer in der Westdeutschen Zeitung.

In der Kommentarsektion der Wuppertaler Lokalzeitung schäumen die Kommentatoren vor Wut, angefeuert wurde das ganze dann noch durch Vorwürfe seitens der Wuppertalbewegung, die Umweltschützer hätten nicht nur den Schutz der Umwelt im Sinn. Zweifelhaft, zumindest von der Formulierung, ist auch der Beitrag des Grünen-Abgeordnetnen Lorenz Bahr der vorschlägt „jede weitere Diskussion über das Projekt hinter verschlossenen Türen zu führen.“

Persönliche Beleidigungen und Unterstellungen sollten in der Tat nicht wie die Sau durch’s Tal gejagt werden, andererseits sollten aber Entscheidungsprozesse rund um die Trasse öffentlich gemacht werden. Wenn Protokolle, Absichtserklärungen, Terminplanungen und Lagepläne zentral an einer Stelle veröffentlich würden und die Öffentlichkeit ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen bekommen würde, wäre dem Projekt schon sehr gedient. Denn nur bei guter Informationslage ist man nicht auf Vermutungen und Unterstellungen angewiesen. Fragen wie ‚Wann wird der Engelnbergtunnel geöffnet?‘, ‚Wann wird die Trasse in Richtung Ottenbruch weitergebaut?‘, ‚Wann geht es in Richtung Barmen weiter?‘ oder ‚Wird die bestehende Trasse wirklich für den Umbau der Brücke Konsumstraße gesperrt?‘ sind die wahrscheinlich nicht nur mir unter den Nägeln brennen.

So wie es jetzt läuft kann es auf Dauer nicht weiter gehen, sonst ist das Projekt in der Tat in Gefahr, und das wäre Schade um das Projekt und ein weiteren Rückschlag für den Fahrradverkehr in Wuppertal.

Die Nordbahntrasse und die dazugehörigen Probleme waren nun auch Thema in einem Beitrag des WDR. In der Lokalzeit am Montag machten sich die Autoren des Beitrags einmal die Mühe über die Stadtgrenzen hinauszuschauen und die Umsetzung von Rad/Wanderwegen auf ehemaligen Bahntrassen in anderen Kommunen mit den Planungen der Stadt Wuppertal zu vergleichen, mit spannenden Resultaten, aber seht selbst …

WDR Mediathek – Lokalzeit Wuppertal

 

 


Seit geraumer Zeit wird im Rheinland und im Ruhrgebiet versucht ‚Critical Mass‘-Veranstaltungen durchzuführen. In Düsseldorf, Essen und Dortmund finden inzwischen regelmässig diese Fahrradtreffs statt, die auf die Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr aufmerksam machen sollen. Positiver Nebeneffekt: Man fährt gemütlich durch die Stadt und fühlt sich nicht als Getriebener des Autoverkehrs. Außerdem war es für mich als Wuppertaler auch mal ganz spannend durch Essen zu radeln und so mal die Stadt – zusammen mit Ortskundigen – zu entdecken. Allerdings sind lediglich 16 Radler der Einladung gefolgt … Schade, aber vielleicht wird’s das nächste Mal mehr. Und vor allem: Wann gibt es endlich eine Critical Mass in Wuppertal? Nötig wäre es auf jeden Fall mal.

Velocity Ruhr
Critical Mass Essen (Facebook)

Letzten Samstag gab es – neben den furchbaren, alles überschattenden Nachrichten aus Japan – auch einige Nachrichten von der Trassenfront. Der WuppertalBewegung wurde nach langem Warten ein „Grobbauzeitenplan“ durch das ausführende Planungsbüro übermittelt. Statt jetzt im Frühjahr den Bau der Trasse voranzutreiben, soll es auf der Trasse erst im (Spät)Sommer weitergehen.

Demnach soll der Bau im August 2011 beginnen (Ottenbruch bis Mirke), alle anderen innerstädtischen Stücke im nächsten oder übernächsten Jahr. (Quelle: WuppertalBewegung)

Neben der Tatsache, dass der weiter Trassenausbau noch vier Monate ruhen soll, finde ich es ebenfalls schade, dass es in Richtung Barmen dieses Jahr überhaupt nicht voran geht. Dabei wäre doch eine solche Verbindung für den zunehmenden innerstädtischen Radverkehr sehr wichtig. Neben den alltäglichen Ärgernissen denen man als Wuppertaler Radfahrer ausgeliefert ist, besteht weiterhin ds Problem keine wirklich praktikable Verbindung zwischen Elberfeld und Barmen zu haben. Das Fahren auf der B7 finde ich sehr unangenehm, ähnliches gilt für die Wittensteinstraße, wobei hier auch noch zwei unnötige Steigungen hinzukommen. Der Gipfel ist – wörtlich – die Empfehlung durch das Radwegenetz NRW: Der Weg führt von der Hünefeldstraße über die Loher Straße auf den Hohenstein: Auch nicht unbedingt das wahre für eine Verkehrsverbindung. Warum allerdings die Wartburgstraße nicht für den Radverkehr – mit einem Schutzstreifen vergleichbar mit dem auf der Lusienstraße – geöffnet wird ist mir schleierhaft. Durch diese Maßnahme könnte man den Verkehr zwischen Barmen und Elberfeld auf einen Schlag deutlich verbessern. Schöner allerdings wäre es über die Trasse von Mirke bis zur Weskotter Str. zu radeln. Die Planungen der Bezirksvertretung Oberbarmen bezüglich der Umgestaltung der Westkotter Strasse (Nachzulesen beim ADFC Wuppertal) lassen hoffen. Nach der Umsetzung der Pläne entsteht ein zentraler Trasseneinstiegspunkt mit Fahrradweg und Busanbindung. Wollen wir hoffen, dass es bald weiter geht

Vielleicht war ich doch etwas zu motiviert … und auch zu dick angezogen. Mein Plan: Im Sommer regelmässig mit dem Fahrrad zur Uni zu fahren. Heute morgen entschied ich mich dann – ohne Zeitdruck – einen geeigneten Weg zu suchen, und entschied mich für die lange Variante über den Rott, die Nordbahntrasse, durch Unterbarmen, in’s Luisenviertel und dann ab dem Robert-Daum-Platz hoch zur Uni. Die Früchte dieser Tour, die zeitlich eigentlich in Ordnung war – mit dem ÖPNV brauche ich inklusive Fussweg und Warten auch 40 Minuten – waren ein ziemlich durchgeschwitztes Hemd. Also kein guter Plan … ein neuer muss her!

Route bei Bikemap.net


Der April kommt langsam auf uns zu, und ich frage mich wie es im Tunnel Engelnberg weitergeht. Wir erinnern uns: Im September 2010 wurde der Tunnel halbwegs festgestellt, doch dann auf Grund der Fledermausschonzeit von Oktober bis Anfang April verschlossen. Zwar wollte die WuppertalBewegung den Tunnel kurzfristig mit einer Beleuchtung versehen, doch die Stadt winkte, wie in der Westdeutschen Zeitung zu lesen war, ab: Der Höhenunterschied zwischen dem Geh- und Radweg sei eine „Stolperfalle“ und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Steine von der Decke fallen würden. Seit dem wurde es medial ruhig um den 171 Meter langen Tunnel. Vor dem verschlossenen Tunnelportal hingegen ist es nicht so ruhig. Einige wenige hatten am Wochenende vor dem Tunnelverschluss die Möglichkeit ergriffen auf eigene Faust den Tunnel zu erkunden, seit dem sieht man täglich Menschen vor dem verschlossenen Tunnel stehen. Spannend doch, wie faszinierend so ein Tunnel auf die Wuppertaler wirkt … und in der Tat: Auf Bahntrassenradwegen sind Tunnel quasi das Salz in der Suppe. Viele Bahntrassenradwege können vielleicht mit einem oder zwei Tunneln aufwarten, die Nordbahntrasse besitzt im innerstädtischen Bereich alleine fünf dieser Bauwerke. Das zieht nicht nur Touristen an, sondern macht auch die tägliche Fahrt zur Arbeit zu einem Erlebnis zu etwas besonderem. Ich persönlich kann es eigentlich nicht erwarten (wieder) vom Rott bis zum Bahnhof Mirke zu fahren. Seien wir gespannt, wie es nach dem 1. April am Engelnberg weitergeht …

Nachdem ich gemerkt habe, dass ich in letzter Zeit auf meinem Hauptblog viel zur Nordbahntasse gebloggt habe, und noch mehr bloggen wollte, habe ich mir gedacht, dass es sinnvoll sein könne, alles rund um das Thema Nordbahntrasse, Touren auf anderen Trassen, News zu anderen Bahntrassen im Bergischen oder die Probleme die man als Radfahrer im Tal hat auf dieser Seite zusammenzufassen. Mal schauen ob das klappt 😉