Radverkehrskonzept: Aktueller Stand

Nachdem im April die Auftaktinformationsveranstaltung zur Aktualisierung des Radverkehrskonzepts über die Bühne gegangen war, erreichen mich immer wieder Anfragen wie der Stand der Dinge zum Thema Radverkehrskonzept aussieht: Vor allem wann die zweite öffentliche Veranstaltung stattfinden soll. Die aktuelle Roadmap wie folgt aus: Am 7. September sollen dem Verkehrsausschuss erste Ergebnisse präsentiert werden. Hierbei handelt es sich um einen Netzplan, der die wichtigen Radverkehrsachsen verdeutlichen soll. In diesem Plan sind auch u.a. die Vorschläge und Hinweise der Auftaktveranstaltung enthalten. Die Sitzung findet im Ratsaal im Rathaus Barmen statt, beginnt um 16 Uhr und ist öffentlich. Die zweite öffentliche Veranstaltung ist nun für den Herbst angepeilt und soll einen Workshop-Charakter haben.

Die Stadt hat zu diesem Thema eine Pressemitteilung herausgegeben. Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Bürgerideen fließen ins Radverkehrskonzept

Wie Wuppertal noch fahrradfreundlicher werden kann, darüber haben Stadt und Bürger gemeinsam beraten. Ein Planungsbüro arbeitet derzeit daran, die vielen Ideen und Anregungen zusammenzufassen. Erste Ergebnisse werden nach den Ferien vorgestellt.

Die Stadt bringt ihr Radverkehrskonzept auf den neuesten Stand und baut hierbei auf die Unterstützung der hiesigen Radfahrer: „Immer mehr Menschen nutzen das Rad, um in Wuppertal von A nach B zu kommen. Uns ist es wichtig, genau diese Personen bei den Planungen dabei zu haben – egal, ob sie nun regelmäßig oder nur ab und zu Rad fahren. Das Konzept profitiert von ihren Ideen“, erklärt Verkehrsdezernent Frank Meyer.

Rund 130 Bürger hatten im April eine erste Öffentlichkeitsveranstaltung genutzt, um ihre Wünsche und Vorschläge zum Radverkehrskonzept einzubringen. Seitdem arbeitet das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Kaulen aus Aachen daran, die Anregungen zu sichten, zu sortieren und zu bündeln. Auch Vor-Ort-Termine stehen für die Experten auf dem Programm.

Ziel ist es, dem Wuppertaler Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung ein erstes Ergebnis in Form von Übersichtskarten und -plänen vorstellen zu können. Die Unterlagen sollen unter anderem verdeutlichen, welche Wünsche besonders häufig von den Bürgern genannt wurden und wo in Wuppertal die Hauptachsen des Radverkehrs liegen.

Die Sitzung des Verkehrsausschusses findet statt am Donnerstag, 7. September, um 16 Uhr im Ratssaal im Rathaus Barmen, Johannes-Rau-Platz 1, und ist öffentlich. Interessierte Bürger können also als Gäste teilnehmen, wenn das Gremium über die weiteren Verfahrensschritte berät.

Auch eine zweite Öffentlichkeitsveranstaltung, bei der Bürger in Workshops wieder aktiv mitwirken können, ist geplant. Statt wie anfangs angekündigt vor den Sommerferien, wird sie allerdings erst im Herbst stattfinden können. Grund dafür sind die Vielzahl der Bürgeranregungen, die adäquat aufbereitet werden müssen, und der Wunsch, die Politik vorab einzubeziehen.

16 Kommentare

  1. Irgendwie sind das immer die gleichen Büros, die beauftragt werden. Können diese Büros nachweisen, dass ihre Konzepte funktionieren? Es braucht neue Büros, die sich trauen, z. B. der Stadt Wuppertal zu sagen, dass das mit mehr Radverkehr nichts wird, wenn ich nicht durchgängig einen mindest 2,50 Meter breiten Radweg entlang der B3 habe, der 24/7 das ganze Jahr benutzbar ist, wenn nicht gerade überraschend Eisregen auf Wuppertal nieder geht oder ein Großeinsatz der Feuerwehr ist. Das heißt, die de facto-Verfügbarkeit muss bei > 99 % liegen. Nicht erfolgter Winterdienst und Rüpelparker bedeuten Nicht-Verfügbarkeit.

    1. Naja… auf die Ausschreibung haben sich nur drei Büros beworben. Das Budget war auch nicht gerade üppig. Am Ende ist die Stadt natürlich Auftraggeber und steckt den Rahmen für das RVK ab.

      1. Das Budget war auch nicht gerade üppig. Am Ende ist die Stadt natürlich Auftraggeber und steckt den Rahmen für das RVK ab.

        Das ist noch ein ganz anderes Problem … Aber ob ich nun schreibe

        Mit einem Schutzstreifen kann ein Lückenschluss geschaffen werden

        oder

        Um einen Lückenschluss zu schaffen, muss ein Fahrstreifen zu einem Radfahrstreifen umgewandelt zu werden

        macht gleich viel Aufwand und wenn die Verwaltung so viel weiter als die Politik ist, wie sie gerne nahelegt, würde sie das auch nicht rausstreichen vor der Veröffentlichung.

        1. So funktioniert das aber in der Praxis nicht. Der Auftraggeber definiert „wie viel Radverkehr“ gewünscht wird.

        2. Ich glaube, dass es durchaus kreative Kuckucksei-Planung geben kann und nicht nur wage Stillstandsplanung ohne Potenzial.

        3. Das glaube ich auch. Was in Wuppertal rauskommt kann ich jetzt aber noch nicht einschätzen. (Da ich am Prozess beteiligt bin, kann ich hier nicht weiter ins Detail gehen)

        4. Nur wird das kaum von Büros geben, die seit Jahren im Geschäft sind. Wenn ich das 30 Jahre gemacht hätte, würde ich auch vermutlich das liefern, was gewollt wird …

        5. Christoph leider fängt damit schon das Problem an. Wieso darf du zum Beispiel nichts öffentlich über Details sagen. Die Stadt Wuppertal lädt die Bürger dazu ein sich zu beteiligen. Um genau diese bei der Entwicklung mitzunehmen und eine Akzeptanz beziehungsweise Verständnis für das Konzept zu entwickeln sind genau diese kleine Schritte wichtig. Wie will eine Stadt dann von den Ideen profitieren wenn der Bürger erst wieder zum Schluss eingebunden wird. Mit einem kleinem Budget hätte man zum Beispiel genau die Bürger mitnehmen und auffordern können zu helfen, Zum Beispiel wären mit Sicherheit viele Bereit reine Fleißarbeiten zu machen. Anhand einer Checkliste könnten Bürger den Zustand der Bestandswege beurteilen, Es ist halt dumm wenn dann bei dem Workshops nur noch der mögliche Standort von ein paar Abstellbügel festgelegt werden. Wenn ich mir allerdings das alte RVK anschaue und was davon nicht umgesetzt wurde sollte man sich allerdings fragen ob das neue RVK etwas bringt. Ob jetzt allerdings ein anderes Büro besser wäre kann ich mir nicht vorstellen, Was fehlt ist der Wille unvorstellbares zu denken und umzusetzen, Das liegt allerdings eher weniger an den Bürgern oder den Planungsbüros sondern an der Strukturen innerhalb der Verwaltung die viele Konzepte unter einem Hut bringen müssen, Wenn dabei der Verkehrs Dezernent beim Verkehr zuerst an den MIV denkt weil die Politik zwar gerne etwas für den Radverkehr tun will solange es nichts kostet und vor allem nicht zu lasten des MIV geht.

        6. Uli, alle diese Punkte habe ich bereits im einem persönlichen Gespräch mit dir erörtert, vieles sogar mehrfach. Vieles auch inhaltlich widerlegt. Sodass ich darauf hier nicht mehr eingehen möchte und werde.

        7. Am Ende interessiert sich die Mehrheit der Bevölkerung eh nicht dafür solange nicht vor der eigenen Haustür oder auf den eigene Wegen sich was ändert, dass ihre gewohnte Mobilität einschränkt.

          Das die Beteiligung aber deutlich eingeschränkter möglich ist, als es suggeriert wird (ohne jetzt werten zu wollen, ob weitgehende Beteiligung überhaupt sinnvoll ist sowohl aus Sicht von Verwaltung/Politik als auch aus Sicht der Aktiven), ist leider üblich.

        8. Das die Bürgerbeteiligung sich nur auf die Standorte des Radbügel beschränkt stimmt natürlich nicht. In das Quell- und Zielnetz sind über 140 Vorschläge der Bürger eingeflossen, die IG Fahrradstadt, der ADFC Wuppertal/Solingen und „Der Grüne Weg“ ist über eine Arbeitsgruppe in die Erstellung des Konzepts eingebunden. Auf der zweiten öffentlichen Veranstaltung werden Workshops zu mehreren Themen angeboten werden, wobei Radabstellanlagen ein wichtiges Thema ist und somit nicht zu marginalisieren.

          Ich finde es übrigens positiv, dass weit über 100 Leute bei der Auftaktveranstaltung vor Ort waren. Das ist in anderen Kommunen nicht so. Ob das Konzept was taugt, kann ich jetzt noch nicht abschätzen. Das geht erst wenn das Dingen auf dem Tisch liegt, allerdings sollte man auch – bei dem Budget – realistisch bleiben.

        9. Den Wuppertal Prozess kann und will ich nicht kommentieren. Ich wollte darauf hinaus, dass Bürger*innen ihre Vorschläge wiedererkennen müssen (nicht jeden Einzelnen natürlich), wenn es eine Bürgerbeteiligung gab. Sonst produziert das nur Frust. Und wenn dann gar nichts umgesetzt wird noch mehr Frust. Genauso wie es grundsätzlich ungeschickt ist, von Bürgerbeteiligung zu sprechen, aber Verbändebeteiligung zu meinen.

          Auf der zweiten öffentlichen Veranstaltung werden Workshops zu mehreren Themen angeboten werden

          Ich frag mich immer, was man sich von so kurzen Add-Hoc-Workshops für Laien verspricht bei so komplexen Fragen das über Scheinbeteiligung hinaus geht.

          Ob das Konzept was taugt, kann ich jetzt noch nicht abschätzen. Das geht erst wenn das Dingen auf dem Tisch liegt, allerdings sollte man auch – bei dem Budget – realistisch bleiben.

          Spannender ist doch, was davon wie umgesetzt wird. In Bochum hat man nicht mal die Fortschreibung hinbekommen, soweit ich das überblicke. Das ist ja an sich was völlig unkritisches.

        10. Vorweg: Ich bin nicht der Pressesprecher der Stadt. Ich sehe gutes, ich sehe schlechtes. Eine abschließende Bewertung kann aber, verständlicherweise, noch nicht vorgenommen werden.

          Ich wollte darauf hinaus, dass Bürger*innen ihre Vorschläge wiedererkennen müssen (nicht jeden Einzelnen natürlich), wenn es eine Bürgerbeteiligung gab.

          Sehe ich auch so. Bzw. das ist ein Aspekt von Bürgerbeteiligung. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es allerdings recht gut aus.

          Genauso wie es grundsätzlich ungeschickt ist, von Bürgerbeteiligung zu sprechen, aber Verbändebeteiligung zu meinen.

          Das kann man – zurecht – ungeschickt nennen, ist aber so sauber. Wir sprechen hier von einer Bürgerbeteiligung auf mehreren Ebenen. Wenn es keine dieser öffentlichen Veranstaltungen gäben würde, würde ich es auch kritischer sehen. So aber haben wir einen gewissen Grad an Beteiligung (Neutrale Formulierung) für verschiedene Fachebenen (s.u.)

          Ich frag mich immer, was man sich von so kurzen Add-Hoc-Workshops für Laien verspricht bei so komplexen Fragen das über Scheinbeteiligung hinaus geht

          Wie schon vorhin geschrieben: Das Quell- und Zielnetz wird stark auf die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger beruhen (das kann man jetzt positiv oder negativ sehen). Die täglichen Routen, die Orte wo Radabstellanlagen gewünscht werden, die Kanäle über die die Bürgerinnen und Bürger informiert werden wollen, sind zentrale Punkte, die auch ohne viel Fachwissen artikuliert werden können. Die Auswertung dieser Eingaben erfolgt durch das Büro. Das ist keine Scheinbeteiligung! Durch den längeren Zeitraum, in dem sich die Bürger mit einem Sachverhalt beschäftigen – deshalb habe ich auch die Pressemitteilung hier abgebildet – kann auch mehr (Fach)Wissen vermittelt werden und somit die Qualität der Eingaben auf der zweiten Veranstaltung gesteigert werden. Der Prozess ist eben nicht Add-Hoc, sondern erstreckt sich über einen langen Zeitraum.

          Spannender ist doch, was davon wie umgesetzt wird.

          Das sehe ich auch so. Im Augenblick biet das auch nicht rosig aus. Allerdings: Ich bin der Meinung, dass wir ein gutes RVK brauchen, von dem wir nachher auch pol. Forderungen ableiten können. Deshalb ist auch die von mir oben skizzierte Bürgerbeteiligung an diesem Projekt so wichtig: Sie schafft Legitimation und nochmals: Über 100 Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung haben schon einen gewissen Eindruck hinterlassen.

  2. Falls sich jemand mit dem Planungsbüro Kaulen auseinander setzen möchte: Ralf Kaulen hat sich bei einer Podiumsdiskussion im Juni zum Radverkehr geäußert. Bei der Podiumsdiskussion ging es um den Radverkehr in Aachen, der Diskussionsbeitrag ist aber relativ allgemein gehalten.

    Festgehalten ist das in folgendem Video: https://youtu.be/v73repyGS5M?t=15m46s (15:46 bis 24:51)

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