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Im heute vorgestellten ADFC-Klimatest hat sich Wuppertal deutlich verbessert. Belegte die bergische Großstadt bei der letzen Erhebung noch den letzten Platz, rangiert Wuppertal nun auf Platz 32 von 39. Und in der Tat: In den letzten Jahren hat sich in Wuppertal die Infrastruktur stark zum positiven verbessert. Dieses habe ich bereits im Jahresrückblick 2014 feststellen können. Durch die Eröffnung der Nordbahntrasse, einem Radschnellweg quer durch die Stadt, ist es kein Wunder, dass sich die Wertung für Wuppertal deutlich verbessert hat. Auch die geringe Diebstahlquote und das deutlich gestiegene Engagement für den Radverkehr seitens der Stadt flossen in das verbesserte Ergebnis ein. Auch die Freigabe von Einbahnstraßen kommt in Wuppertal gut voran. Außerdem hat sich, mit der Critical Mass, den Mirker Schraubern, der Fahrradstadt Wuppertal und zahlreichen anderen Initiativen inzwischen eine sehr lebendige Fahrradkultur entwickelt.

Die Auszeichung als „Top-Aufholer“ bedeutet allerdings nicht, dass nun alles reibungslos läuft. Es gibt immer noch Bezirksvertretungen, die sich bei Öffnungen von Einbahnstraßen quer stellen und es gibt noch immer Straßenabschnitte auf denen regionale und überregionale Radwege geführt werden, die mit dem Fahrrad gar nicht befahren werden dürfen. Die größten Probleme im Wuppertaler Verkehr hatten die Teilnehmer der ADFC-Umfrage mit dem Fahren im Mischverkehr, den ungünstigen Ampelschaltungen und dem Verhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer. Besonders negativ ist die Radführung an Baustellen aufgefallen. In Anbetracht der Radverkehrsführung am Hofkamp kein Wunder.

Trotzdem ist das heutige Ergebnis ein Grund zur Freude und Anlass an dem Ziel, bis zum Jahre 2025 Fahrradstadt zu werden, festzuhalten.

endeMünster vorne, Wuppertal hinten. So könnte man die Ergebnisse des ADFC Fahrradklimatest 2012 kurz zusammenfassen, der heute in Berlin präsentiert wurde. Bei der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützten Studie erreichte Wuppertal, mit einem Mittelwert von 4,55 (auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht), in der Kategorie Stadtgrößengruppe über 200.000 Einwohner den 38. von 38 Plätzen. Die gute Nachricht vorweg: In Wuppertal gibt es wenig Probleme mit Fahrraddiebstahl (2,9), die schlechte Nachricht: Es gibt Probleme bei allen anderen Fahrradthemen: Die Werte für die Themenkomplexe Stellenwert des Radverkehrs (4,9), Sicherheit beim Fahrradfahren (4,3), Komfort beim Radfahren (4,7) und Infrastruktur / Radverkehrsnetz (4,3) sprechen eine deutliche Sprache. Nun dürfen das Ergebnis wohl niemanden von den Wuppertaler Radfahrerinnen und Radfahrer überraschen, es bleibt aber zu hoffen, dass dieses verheerende Signal in der Stadtverwaltung ankommt. Die Ausführliche Analyse ist hier zu finden, außerdem gibt es einen Beitrag bei njuuz.de, bei dem der ADFC Wuppertal zu Wort kommt.

… wollte die Stadt Wuppertal mit dem ersten Bauabschnitt in eigener Verantwortung, und so geht das „Jahr der Nordbahntrasse“ mit einer unerfreulicher Meldung weiter. Laut der Westdeutschen Zeitung soll der 1,6 Kilometer lange Gehweg zwischen Ottenbruch und Mirke zu hoch gebaut worden sein. Statt den geplanten 27 Zentimetern ragt der gepflasterte Weg nun stolze 40 Zentimeter in die Höhe. Die Folge: Um ein gleiches Niveau zwischen Pflaster und Asphaltfläche zu realisieren, muss der Radweg nun erhöht werden. Der Grund für den erhöhten Fussweg sei, laut einer Sprecherin der Stadt, auf Vandalismus zurückzuführen. Eine seltsame Argumentation, die auch im Kommentarbereich des verlinkten WZ-Artikels für schmunzeln sorgt.

Gute Nachrichten kommen hingegen vom ADFC Wuppertal. Der „Runde Tisch Radverkehr“ tagte im Februar wieder, mit einer Menge guter Detailverbesserungen. Alle Infos dazu gibt es hier bei ADFC.

Das war sie also, die Fahrradsternfahrt 2011 nach, in und um Düsseldorf. Eigentlich wollte ich ja die Tour von Wuppertal aus mitfahren, aber auf Grund einer durchgezechten Nacht, entschied‘ ich mich doch dazu das Fahrrad auf‘s Auto zu packen und in Düsseldorf die ganze Strecke mitzufahren: Eine sehr deutsche Entscheidung. Um kurz nach 14 Uhr ging es dann auch an der Tonhalle los. In Oberkassel stieß die erster Gruppe zur Sternfahrt hinzu und es ging über die Theodor-Heuss-Brücke wieder auf die andere Rheinseite. Bei der Fahrt durch Düsseldorf stießen dann weitere Gruppen hinzu, die größte unter ihnen am Oberbilker Markt. Von dort aus ging der Weg der rund 2500 Radfahrer umfassende Kolonne über den Tausendfüßler (der ja sonst für den Radverkehr gesperrt ist) und durch den Rheintunnel bis zum Landtag. Im Gegensatz zu einer Critical Mass war bei dieser Veranstaltung alles durchgeplant: Die Strecke und die Ankunftsuhrzeiten an den verschiedenen Punkten in der Stadt waren festgelegt. Sonst wäre wahrscheinlich eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen. Die Fahrt war auf jeden Fall ein Erlebnis und war bis in‘s Detail gut geplant. Seltsam war allerdings der Schluss: Die Fahrt endete sehr unvermittelt am Landtag, aber irgendwas muss ja auch noch im für‘s nächste Jahr zu verbessern bleiben, zu verbessern ist auch wohl die Pressearbeit, da die Veranstaltung in den Medien leider wenig aufgenommen wurde.

Für die Veranstaltung muss dem ADFC ein großes Lob ausgesprochen werden: Die professionelle Durchführung und die große Mobilisierung haben die Fahrradsternfahrt zu einer eindrucksvollen Demonstration für eine bessere Infrastruktur für den nicht motorisierten Verkehr gemacht, die hoffentlich die Situation der Radfahrer nachhaltig verbessern kann.

Themenlinks
Video vom ADFC-Neuss (YouTube)