IMG_0502 KopieIn der Bezirksvertretung Cronenberg stand gestern Abend erneut die Freigabe von drei Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr auf der Tagesordnung. Bereits vor einem Jahr wurden diese Freigaben in der BV Cronenberg behandelt und abgelehnt. Die Bezirksregierung Düsseldorf intervenierte gegen die Entscheidung. Gestern wurden die Freigaben somit erneut behandelt. Hauptredner zum Thema war, wie beim ursprünglichen Beschluss auch, ein Mitarbeiter der Cronenberger Polizei. Obwohl man dort eine Öffnung der Karl-Greis-Straße für den gegenläufigen Radverkehr für möglich hält, folgte lediglich die Fraktion der Grünen dieser Einschätzung. Alle anderen Abgeordneten votierten gegen die Öffnung. Die Karl-Greis-Straße verläuft parallel zur stark befahrenden Rathausstraße, außerdem befinden sich zwei Radabstellbügel in dieser Straße. Pikantes Detail: Die Abstellanlage kann von der Hauptstraße aus nur schiebend erreicht werden.

Auch die beiden anderen zur Öffnung vorgeschlagen Einbahnstraßen bleiben für den gegenläufigen Radverkehr geschlossen. Die Öffnung sei zu gefährlich und außerdem könnte man den Radfahrenden den kurzen Umweg zumuten.

langerfeldIn Langerfeld wurde nun ein Beschluss der Bezirksvertretung vom 17.9. 2013 umgesetzt. Der Beschluss öffnet die Wilhelm-Hedtmann-Straße zwischen Langerfelder Markt und Marbodstraße für den gegenläufigen Radverkehr. Leider wurde bei der Beschilderung, das Hinweisschild 1000-32 (Das mit dem Fahrrad und den zwei Pfeilen) an der Kreuzung Marbodstraße vergessen. Gerade wenn PKWs an dieser Stelle die Kurve schneiden, kann es schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Ein Hinweis auf entgegenkommenden Radverkehr ist nicht nur sinnvoll, sondern auch vorgeschrieben. Ich hoffe, das Zeichen wird schnell nachgebessert. Pikant: Die Bezirksvertretung hat in ihrem Beschluss eine regelmäßige Überwachung des Bereiches gefordert. Vielleicht sollte man diese auch auf die Beschilderung ausweiten 😉 – Unter dem Strich ist die Öffnung der Einbahnstraße allerdings zu begrüßen. Bei der großen Anzahl an Wuppertaler Einbahnstraßen sollte eine Öffnung für den Radverkehr die Regel und nicht die Ausnahme sein.
Vielen Dank für die Infos und Fotos an Julian!

Update: Ich hatte vor der Veröffentlichung das Problem der Verwaltung gemeldet. Das fehlende Schild soll kurzfristig angebracht werden. 

schreinerswegVor geraumer Zeit habe ich den Schreinerweg, in unmittelbarer Uninähe, zur Öffnung für den gegenläufigen Radverkehr vorgeschlagen. Der Schreinersweg ist allerdings keine „richtige“, sondern eine unechte Einbahnstraße. Sprich: Es darf in der Straße in beide Richtungen gefahren werden, die Einfahrt ist allerdings auf einer Seite verboten. Durch die Öffnung der Einbahnstraße für den Radverkehr würde der gesamte Südstadtbereich von der Augustastraße über die Kronprinzenallee bis nach Unterbarmen direkter angebunden, außerdem würde die extrem steile Abfahrt über den Oberern Grifflenberg entfallen. Ich bin mal gespannt, wie die Stadtverwaltung auf diesen Vorschlag reagiert, da meine letzten Vorschläge allesamt abgelehnt wurden.

einbahnstraßeSebastian Feldhammer von Wuppertal by Bike wendet sich in einem offenen Brief an die Bezirksvertretung Elberfeld. Der Grund: Die Bezirksvertretung hatte die Öffnung der Marienstraße, in der Sitzung vom 3. Juli 2013, auf ein Jahr beschränkt und auch ich finde: Ein starkes Signal zur Förderung des Radverkehrs sieht anders aus. Aus diesem Grund danke ich Sebastian für die Initiative und unterstütze den offenen Brief voll und ganz. Hier der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wie dem Protokoll der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld am 03.07.2013 zu entnehmen ist, hat die BV Elberfeld die Öffnung der Einbahnstraßen Dorotheenstraße und Marienstraße (teilweise) für den Radverkehr in Gegenrichtung beschlossen. Die Öffnung ist zu begrüßen, die Befristung auf 1 Jahr muss jedoch als befremdlich angesehen werden.

Bereits im Jahr 2001 hat das Bundesamt für Straßenwesen den BASt-Bericht V 83 „Verkehrssicherheit in Einbahnstraßen mit gegengerichtetem Radverkehr“ herausgegeben. Zusammenfassend kommt die mehrjährige Untersuchung in 15 Städten zu dem Ergebnis, dass eine Öffnung von Einbahnstraßen weder in Bezug auf die Zahl der Unfälle noch auf die Unfallschwere negative Auswirkungen erkennen lässt. Im Gegenteil, in der Tendenz lassen andere Untersuchungen sogar darauf schließen, dass ein Sicherheitsgewinn zu erwarten ist.

Dieses Wissen ist eigentlich inzwischen verbreitet. U.a. hat das Verkehrsministerium die Voraussetzungen zur Einrichtung von geöffneten Einbahnstraßen vereinfacht, um es den Städten zu erleichtern, verstärkt Einbahnstraßen für den gegengerichteten Radverkehr zu öffnen. Wie Sie dem Protokoll der Sitzung des Wuppertaler Verkehrsausschuss vom 26.06.2013 unter Punkt 20 entnehmen können, wird jede von der Verwaltung vorgeschlagene Einbahnstraße zusammen mit der Polizei überprüft, die Mitglieder der Bezirksvertretungen können sich darauf verlassen, dass die Vorschläge alle Voraussetzungen erfüllen. Nach und nach sollen alle 400 Einbahnstraßen in Wuppertal einer Überprüfung unterzogen werden.

Dass die Bezirksvertretung Elberfeld trotzdem eine Befristung auf 1 Jahr beschließt, ist kein gutes Zeichen. Es entsteht der Verdacht, dass das Projekt Fahrradstadt Wuppertal in den entscheidungsbefugten Bezirksvertretungen versandet. In der BV Cronenberg ist offener Gegenwind zu spüren, für die BV Elberfeld ist zu befürchten, dass die Öffnungen erst mal durchgewunken werden, um sie dann nach einem Jahr still und heimlich wieder zurück zu nehmen.

Ein starkes Bekenntnis der Bezirksvertretungen zur Fahrradstadt Wuppertal wäre zu begrüßen, die nun vorliegende Entscheidung über die befristete Öffnung zweier Einbahnstraßen ist dies sicher nicht.“

Photo1Hier noch vier Meldungen aus der letzten Woche, die auf jeden Fall Erwähnung finden sollten:
– Der Nordbahntrassenzugang „Am Eskesberg“ ist nun geöffnet. Kurz vor der Unterführung gelangt man über den Spielplatz auf der linken Seite auf die Nordbahntrasse.
– Und auch in Solingen bewegt sich was: Am Samstag, den 31. August findet der erste Solinger Fahrradcorso statt. Die fünf Kilometer lange Tour führt vom Walder Kirchplatz in die Innnenstadt. Weitere Infos hier.
– Andreas Schneider hat mich in den Kommentaren auf dieses „Highlight“ aufmerksam gemacht: Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Mitglieder einer Bezirksvertretung zu Öffnungen von Einbahnstraßen für den Radverkehr stehen, sei das Protokoll der Cronenberger BV vom 10.07.2013 empfohlen. In der Niederschrift wird die Öffnung von vier Einbahnstraßen unter dem Tagesordnungspunkt 7.2 behandelt.
– Es gibt erste Stimmen, die eine Öffnung des Rotter Tunnels für April 2014 für realistisch halten. Zur Zeit finden in dem Tunnel Pflasterarbeiten statt. Wenn alles gut geht, steht der Tunnel in einem halben Jahr zur Verfügung. Ich drücke die Daumen!