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Ende letzter Woche war ich etwas irritiert. Bei der Neubeschilderung der Friedrichstraße wurde die Zufahrt zum Willy-Brandt-Platz als Fussgängerzone ohne Radverkehrsfreigabe beschildert. Eine kurze Rücksprache mit der Stadt ergab: Die fehlerhafte Beschilderung war ein Versehen. Inzwischen ist die richtige Beschilderung nachgerüstet worden. Das Befahren (in Schrittgeschwindigkeit) des Willy-Brandt-Platzes aus Richtung Friedrichstraße ist nun wieder „legal“ möglich.

Bereits vor zwei Wochen war ich, zusammen mit Vertretern der Stadt und dem ADFC, mit der Westdeutschen Zeitung unterwegs in Wuppertal-Elberfeld. Zusammen sind wir die Hauptrouten in Elberfeld abgefahren und haben über die Radinfrastruktur und ihre Verbesserungsmöglichkeiten gesprochen. Am vergangen Freitag war das Resultat in der Printausgabe zu lesen. Die beiden Artikel sind auch online verfügbar:

Radeln in der City: „Es wird immer besser“
Ein Radhaus am Döppersberg? „Dafür fehlt die Infrastruktur“

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Am Freitag, den 19. August wird endlich die Wuppertaler Nordbahntrasse eröffnet. Bis auf die Brücke in Bracken, wird die gesamte Strecke zwischen dem Bahnhof Schee und dem Gewerbegebiet Vohrang benutzbar sein. Um dieses ausgiebig zu feiern, sind zahlreiche Aktivitäten auf der neu eröffneten Nordbahntrasse geplant:

Trassen-Express
Für alle diejenigen, die mit dem Rad zur Trasseneröffung fahren wollen, hat die IG Fahrradstadt Wuppertal einen Trassen-Express ins Leben gerufen. Die Idee: Mit möglichst vielen Menschen gemeinsam zur Trasseneröffnung fahren. Um 12:45 startet der Express am Bahnhof Vohwinkel, um 13:08 Uhr erreicht er den Bahnhof Ottenbruch. Es folgen Bahnhof Mirke (13:18 Uhr), Bahnhof Loh (13:29 Uhr) und der Bahnhof Heubruch (13:38 Uhr). Die Ankunft in Wichlinghausen ist für 13:45 geplant. Die Geschwindigkeit soll bei ca. 12 km/h liegen. Auch eine Laufgruppe hat sich angemeldet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich an den verschiedenen Bahnhöfen anzuschließen. Alle Stationen und Zeiten gibt es auch auf der Seite der IG Fahrradstadt Wuppertal. (Facebook-Event)

Bahnhof Wichlinghausen
12:00 Uhr – Ökumenischer Gottesdienst auf dem Bahnsteig des Wichlinghauser Bahnhofs
13:00 Uhr – Baumpflanzaktion mit Moscheegemeinden auf dem Gelände der Wichernkapelle.
14:00 Uhr – Offizielle Einweihung der Nordbahntrasse
Im Anschluss veranstaltet die WuppertalBewegung eine gemeinsame Fahrradtour entlang der Trasse. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der WuppertalBewegung und der Stadt Wuppertal. (Facebook-Event)

Eröffnungsparty am Mirker Bahnhof 
Nach der offiziellen Eröffnung geht es ab 15:30 Uhr  in der Utopiastadt im Mirker Bahnhof weiter. Das Team des Hutmachers schenkt auf dem Bahnsteig kostenlos Tee aus, außerdem können weitere Getränke dort gekauft werden. Auf dem Bahnsteig ist ein Lagerfeuer geplant. Ab 18:00 Uhr soll die durchgängig befahrbare Trasse in der Hebebühne (unterhalb des Mirker Bahnhofs) gefeiert werden. Neben Musik werden dort auch meine Videos auf einer Leinwand gezeigt. (Facebook-Event)

Weitere Aktivitäten
Eine Gruppe aus Dortmund reist mit dem Zug zum Trassen-Express an. Treffpunkt am Dortmunder HBF ist um 10:45 Uhr. Die Rückfahrt nach Dortmund (durch den Scheetunnel) ab Wichlinghausen ist für 14:30 Uhr geplant. Weitere Informationen gibt’s bei Facebook.

Was vergessen? – Weitere Termine einfach an termine(at)talradler.de melden.

 

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Im Dezember 2012 habe ich von einem geplanten Rad/Fussweg am Wupperufer berichtet. Zwischen der Moritzstraße und dem Robert-Daum-Platz wurde damals bereits ein Teil eines neuen Weges angelegt, der den Arrenberg mit der Schwebebahnhaltestelle verbinden soll. In den letzten Tagen entstand nun ein weiterer Teil dieses Weges auf dem Gelände der GEFA Bank. Da der Weg hier über die Stützmauern an der Wupper führt ist dieser Abschnitt nicht so komfortabel wie der Teil am ProCar-Gelände, laut Stadt ist er aber breit genug für Radfahrer und Fussgänger. Wann der Weg freigegeben wird ist noch nicht bekannt. So wie es aktuell aber aussieht, kann es nicht mehr lange dauern. (Danke an Michael für den Hinweis!)

 

schreinerswegVor geraumer Zeit habe ich den Schreinerweg, in unmittelbarer Uninähe, zur Öffnung für den gegenläufigen Radverkehr vorgeschlagen. Der Schreinersweg ist allerdings keine „richtige“, sondern eine unechte Einbahnstraße. Sprich: Es darf in der Straße in beide Richtungen gefahren werden, die Einfahrt ist allerdings auf einer Seite verboten. Durch die Öffnung der Einbahnstraße für den Radverkehr würde der gesamte Südstadtbereich von der Augustastraße über die Kronprinzenallee bis nach Unterbarmen direkter angebunden, außerdem würde die extrem steile Abfahrt über den Oberern Grifflenberg entfallen. Ich bin mal gespannt, wie die Stadtverwaltung auf diesen Vorschlag reagiert, da meine letzten Vorschläge allesamt abgelehnt wurden.

einbahnstraßeSebastian Feldhammer von Wuppertal by Bike wendet sich in einem offenen Brief an die Bezirksvertretung Elberfeld. Der Grund: Die Bezirksvertretung hatte die Öffnung der Marienstraße, in der Sitzung vom 3. Juli 2013, auf ein Jahr beschränkt und auch ich finde: Ein starkes Signal zur Förderung des Radverkehrs sieht anders aus. Aus diesem Grund danke ich Sebastian für die Initiative und unterstütze den offenen Brief voll und ganz. Hier der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wie dem Protokoll der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld am 03.07.2013 zu entnehmen ist, hat die BV Elberfeld die Öffnung der Einbahnstraßen Dorotheenstraße und Marienstraße (teilweise) für den Radverkehr in Gegenrichtung beschlossen. Die Öffnung ist zu begrüßen, die Befristung auf 1 Jahr muss jedoch als befremdlich angesehen werden.

Bereits im Jahr 2001 hat das Bundesamt für Straßenwesen den BASt-Bericht V 83 „Verkehrssicherheit in Einbahnstraßen mit gegengerichtetem Radverkehr“ herausgegeben. Zusammenfassend kommt die mehrjährige Untersuchung in 15 Städten zu dem Ergebnis, dass eine Öffnung von Einbahnstraßen weder in Bezug auf die Zahl der Unfälle noch auf die Unfallschwere negative Auswirkungen erkennen lässt. Im Gegenteil, in der Tendenz lassen andere Untersuchungen sogar darauf schließen, dass ein Sicherheitsgewinn zu erwarten ist.

Dieses Wissen ist eigentlich inzwischen verbreitet. U.a. hat das Verkehrsministerium die Voraussetzungen zur Einrichtung von geöffneten Einbahnstraßen vereinfacht, um es den Städten zu erleichtern, verstärkt Einbahnstraßen für den gegengerichteten Radverkehr zu öffnen. Wie Sie dem Protokoll der Sitzung des Wuppertaler Verkehrsausschuss vom 26.06.2013 unter Punkt 20 entnehmen können, wird jede von der Verwaltung vorgeschlagene Einbahnstraße zusammen mit der Polizei überprüft, die Mitglieder der Bezirksvertretungen können sich darauf verlassen, dass die Vorschläge alle Voraussetzungen erfüllen. Nach und nach sollen alle 400 Einbahnstraßen in Wuppertal einer Überprüfung unterzogen werden.

Dass die Bezirksvertretung Elberfeld trotzdem eine Befristung auf 1 Jahr beschließt, ist kein gutes Zeichen. Es entsteht der Verdacht, dass das Projekt Fahrradstadt Wuppertal in den entscheidungsbefugten Bezirksvertretungen versandet. In der BV Cronenberg ist offener Gegenwind zu spüren, für die BV Elberfeld ist zu befürchten, dass die Öffnungen erst mal durchgewunken werden, um sie dann nach einem Jahr still und heimlich wieder zurück zu nehmen.

Ein starkes Bekenntnis der Bezirksvertretungen zur Fahrradstadt Wuppertal wäre zu begrüßen, die nun vorliegende Entscheidung über die befristete Öffnung zweier Einbahnstraßen ist dies sicher nicht.“

Das ist er also, der Wuppertaler Talachsenradweg. Kurz vor der Gathe ist dieser Weg eigentlich schon immer ein Highlight, da er so unglaublich verengt ist, dieses soll also die Hauptfahrradroute durchs Tal sein?! Seit einigen Wochen, und geschuldet durch einen inzwischen seit zwei Wochen abgeschlossene Baumassnahme, ist der „Radweg“ für ca. 70 Meter unterbrochen, ohne erkennbaren Grund. Scheinbar hat hier einfach jemand die Schilder vergessen … und das direkt vor dem Polizeirevier.

Vielleicht war ich doch etwas zu motiviert … und auch zu dick angezogen. Mein Plan: Im Sommer regelmässig mit dem Fahrrad zur Uni zu fahren. Heute morgen entschied ich mich dann – ohne Zeitdruck – einen geeigneten Weg zu suchen, und entschied mich für die lange Variante über den Rott, die Nordbahntrasse, durch Unterbarmen, in’s Luisenviertel und dann ab dem Robert-Daum-Platz hoch zur Uni. Die Früchte dieser Tour, die zeitlich eigentlich in Ordnung war – mit dem ÖPNV brauche ich inklusive Fussweg und Warten auch 40 Minuten – waren ein ziemlich durchgeschwitztes Hemd. Also kein guter Plan … ein neuer muss her!

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