Im Oktober hatte ich, auf vielfachen Wunsch, ein Video über den Nordbahntrassenabschnitt Loh – Vohwinkel produziert. Das 33 Minuten lange Video zeigte die gesamte, zum damaligen Zeitpunkt befahrbare, Trasse. Seit Dezember ist auch der Rest der Nordbahntrasse befahrbar. Zeit für ein Video vom Trassenbereich zwischen Loh und Schee.

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Mit dem großen Erfolg der im Dezember eröffneten Nordbahntrasse werden die Rufe nach einer Verlängerung bzw. dem Ausbau von weiteren Trassen immer lauter. Außerdem steht die Verlängerung der kürzlich erworbenen Sambatrasse wieder auf der politischen Agenda. Die Stadt prüft nun, nach eigenen Angaben, die Möglichkeiten der Förderung und entsprechenden Eigenanteile. Das Thema Fahrradstadt Wuppertal, avanciert im Rahmen des Stadtentwicklungsprozess „Wuppertal 2025“ zu einem Schlüsselthema, dass laut Oberbürgermeister Peter Jung, „ganz oben angesiedelt“ sei. Man kann also gespannt bleiben … Doch um welche Trassen geht es konkret?

Anbindung Langerfeld
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Die Langerfelder Anbindung besteht aus zwei großen Brücken (eine über die Schwarzbach sowie eine Brücke über die B7) zwei kleineren Brücken und dem Wichlinghauser Tunnel. Durch eine Erweiterung würde ein dicht besiedeltes Wohngebiet an die Nordbahntrasse angeschlossen werden. Über die Spitzenstraße wird auch der Langerfelder Markt angebunden. Durch die anschließende Tempo 30-Zone besteht Anschluss an Heckinghausen. Auch eine Routenführung nach Beyenburg ist möglich. Konkrete Bestrebungen gibt es bereits seit längerem. Treibende Kräfte sind hierbei das Bürgerforum Oberbarmen und die beiden Bezirksvertretungen Langerfeld und Oberbarmen.

Update (26.06.15): Der Ausbau der an die Nordbahntrasse grenzenden Trassen war am 29. April Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen. Auf der Sitzung präsentierte der städtische Projektleiter Rainer Widman, den aktuellen Entwicklungsstand: Die Stadt sieht diesen Abschnitt als machbar und sinnvoll an. Für die Realisierung werden allerdings Fördermittel benötigt, da die Maßnahme einen hohen Planungs- und Kostenaufwand habe. In der anschließenden Diskussion stellte der Kämmerer der Stadt Dr. Johannes Slawig fest, dass er sich die Durchführung von „größeren Projekten“ erst nach Abschluss der Restarbeiten an der Nordbahntrasse vorstellen kann. Dieses wäre erst in frühestens in vier bis fünf Jahren der Fall. Vorher sei lediglich eine kurze Erweiterung der Sambatrasse möglich.

 

Loh – Hatzfeld
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Die ehemalige Schlachthofbahn führte vom Bahnhof Loh über das kleinere Viadukt an der Schönebecker Straße, bis zum Discounter an der Carnaper Straße (gegenüber der Stadtwerke). Im weiteren Verlauf schlängelt sich die Trasse unterhalb des DuPont-Geländes bis nach Hatzfeld hoch. Die Strecke wurde 1980 stillgelegt, seitdem sei die Trasse immer wieder bei Bauvorhaben berücksichtigt worden, allerdings war bisher noch keine Förderung möglich. Ferner steht ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Nordbahntrasse nicht zur Verfügung.

Update (26.06.15): Die Stadt sieht für diese Verlängerung nur eine bedingte Machbarkeit.

Anbindung Schwelm
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Kurz hinter der Brücke Kohlenstraße trennten sich die Strecken nach Schwelm und Hattingen. Heute ist der Abschnitt nach Hattingen Teil der ‚Nordbahntrasse‘, der Abzweig nach Schwelm hingegen wartet noch auf eine neue Bestimmung. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Ausbau der A1 die 1950 errichtete Eisenbahnbrücke abgerissen wurde. Auch im Bereich Schwelm ist die Trasse an einigen Stellen bereits bebaut. Um den Wuppertaler Bereich der Anbindung zu erhalten hat die Stadt den betreffenden Abschnitt bereits gekauft.

Update (26.06.15): Auf Grund der hohen Kosten der Autobahnbrücke, sieht die Stadt diesen Ausbau als „sinnvoll, aber unrealistisch“ an.

ambroegelZwischen der Straße Am Brögel und der Wartburgstraße hat nun der Bau einer „Bewegungsfläche“ begonnen. Für knapp 1,7 Millionen Euro entstehen dort, in unmittelbarer Nähe zum Junior-Uni-Neubau, Grün- und Spielflächen. Aus Radfahrersicht erfreulich: Ein ein 3,00 m breiter Fuß- und Radweg verbindet in Zukunft die Wartburgstraße mit der Straße Am Brögel. Bereits in diesem Jahr konnte man beobachten, wie gut der – eigentlich nicht angelegte Weg – von den Wuppertaler RadfahrerInnen angenommen wird: Kein Wunder! Schließt dieser Desire Path eine offenkundige Lücke im Wuppertaler Radwegenetz. Bisher wird der Radverkehr von Elberfeld nach Barmen über den Hohenstein geführt, was nicht nur einen deutlichen Umweg sondern auch eine unnötige Steigung darstellt. Über den Trampelpfad – der unmittelbar nach Ende der Erdarbeiten auf der Fläche entstanden ist – konnte man nun die Brücke Wasserstraße gut erreichen, ohne gegen die Einbahnstraße fahren zu müssen. Schön, dass hier jetzt ein offizieller Weg entsteht. Fehlt jetzt nur noch eine brauchbare Verkehrsführung in Richtung Barmer Innenstadt.

Wird es in Zukunft auf der Loher Straße zwischen der Buchenstraße und der Straße „Am Brögel“ ein Tempolimit von 30 km/h geben? Die Bezirksvertretung in Barmen hat kürzlich einem Antrag zugestimmt, der dieses möglich macht. Begründet wird die Entscheidung mit dem aktuellen Personenquerverkehr im Bereich der Schwebebahnhaltestelle Loher Straße. Weiterhin werden, mit Fertigstellung der Junior-Uni, noch mehr meist jüngere Wuppertaler diesen Abschnitt nutzen. In jüngster Vergangenheit gab es immer wieder brenzliche Situationen zwischen jungen Fussgängern und Autofahrern in diesem Bereich. Die Bezirksvertretung hofft das mit diesem Schritt, diese Situationen der Vergangenheit angehören. Auch aus Radfahrersicht ist dieser Schritt zu begrüssen. In der Vergangenheit kam es in diesem Bereich immer wieder zu unnötigen und teilweise gefährlichen Überholmanövern, die durch die Anordnung von Tempo 30 in diesem Bereich drastisch reduziert werden können. Als nächstes muss der Verkehrsausschuss dem Antrag zustimmen.