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Balkantrasse: Verschlechterung in Wermelskirchen


Schlechte Nachrichten aus Wermelskirchen: In Zukunft wird es nicht mehr möglich sein, in Richtung Remscheid durch die Telegrafenstraße zu fahren. Bisher konnten Radfahrer die Straße, die durch den Wermelskirchener Ortskern führt, aus beiden Richtungen befahren. Der Rat der Stadt hat die bestehende Radverkehrsführung, auf Antrag von CDU, Bürgerforum und WNK UWG Freie Wähler, gestern gekippt. Damit haben sich die Antragsteller gegen den Bürgermeister der Stadt durchgesetzt. In Zukunft bleibt den Nutzern der Balkantrasse die Fahrt durch die Telegrafenstraße in Ost-Richtung verwehrt, sie müssen nun die Kölner Straße nutzen. Bei dieser Verkehrsführung werden allerdings bereits gewonnenen Höhenmeter verschenkt. Bereits vor Wochen hat das „Ehrenamtliche Expertengremium Panorama–Radwege“ vor dieser Änderung gewarnt. Die Entscheidung sei fatal für den Tourismus und schädlich für den Ruf der Stadt. Der ADFC prüft zur Zeit die Möglichkeit einer Klage gegen die Entscheidung.

Die Begründung des Antrags zeigt, dass in den Köpfen vieler Wermelskirchener der Autoverkehr immernoch uneingeschränkte Vorfahrt hat: Durch die im Halteverbot parkenden Autos sei die Straße für Radfahrer zu gefährlich. Ein markierter Fahrradweg kommt für die Antragsteller aus ästhetischen Gründen nicht in Frage. Mit dem neu gewonnenen Straßenraum wollen die Antragsteller – laut Presseberichten – nun Parkplätze einrichten. Platz sei ja schließlich genug da. Willkommen in der Vergangenheit, Wermelskirchen!

6 Kommentare

  1. Julian Julian

    das ist sogar absolutes Halteverbot… nicht nur Parkverbot

  2. Rainer Frohnhoff Rainer Frohnhoff

    Zur Zeit erscheint dazu täglich ein Artikel in der rp-online.
    Der Bürgermeister Weik lehnt eine sofortige Aufhebung vor einer polizeilichen Überprüfung der Alternativstrecken ab, das klingt vernünftig. Das Bürgerforum entdeckt nachträglich, dass ein gegenläufiger Radverkehr an Sonn-und Feiertagen doch sinnvoll wäre.
    Aber am schönsten ist die Begründung eines Stadtrates, der gegen den Zweirichtungs-Radverkehr gestimmt hat: “Ich bin schon zweimal umgefahren worden, weil ich mich nicht an den gegenläufigen Radverkehr gewöhnt habe. Und ich bin nicht bereit zu lernen.“
    Bei einem zukünftigen stärkeren Aufkommen von Elektroautos wäre es sinnvoll, wenn sich sein Nachfolger schon mal in die Thematik einlesen würde. Wenn man Fahrbahnen nach Gehör überquert, kann sowas verdammt schnell gehen.

  3. Chris Chris

    Die Begründung mit dem Halteverbot ist ja lächerlich, dann muss halt mehr kontrolliert werden…
    Aber warum muss man nun durch die Kölner Straße fahren? Der Brückenweg ist ohne Höhenverlust befahrbar, und sogar ohne Pflastersteine. Der einzige mir ersichtliche Grund ist, dass die Gastronomie auf der Kölner Straße auch was von den Radfahrern abbekommen soll.
    Und der hohe Bordstein am Anfang der Telegrafenstraße ist auch besonders Fahrrad freundlich… *kopfschüttel*

  4. Gregor Gregor

    In Wermelskirchen herrschen ja schon Zustände wie in „Murcia“ ^^ (sich an ner Tasse Kaffee verbrennen und dann erfolgreich Schadensersatz fordern)
    God bless America und schütze uns vor so einem Schwachsinn. -.-

    MfG Gregor

  5. Rainer Frohnhoff Rainer Frohnhoff

    Lt. rp-online hat der ADFC am 23.05. erklärt, gegen die Aufhebung des gegenläufigen Radverkehrs zu klagen.
    Man darf gespannt sein, was dabei rauskommt.

    • christoph christoph

      Ich bin auch gespannt!

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