Baubeginn zwischen Am Brögel und Wartburgstraße

ambroegelZwischen der Straße Am Brögel und der Wartburgstraße hat nun der Bau einer „Bewegungsfläche“ begonnen. Für knapp 1,7 Millionen Euro entstehen dort, in unmittelbarer Nähe zum Junior-Uni-Neubau, Grün- und Spielflächen. Aus Radfahrersicht erfreulich: Ein ein 3,00 m breiter Fuß- und Radweg verbindet in Zukunft die Wartburgstraße mit der Straße Am Brögel. Bereits in diesem Jahr konnte man beobachten, wie gut der – eigentlich nicht angelegte Weg – von den Wuppertaler RadfahrerInnen angenommen wird: Kein Wunder! Schließt dieser Desire Path eine offenkundige Lücke im Wuppertaler Radwegenetz. Bisher wird der Radverkehr von Elberfeld nach Barmen über den Hohenstein geführt, was nicht nur einen deutlichen Umweg sondern auch eine unnötige Steigung darstellt. Über den Trampelpfad – der unmittelbar nach Ende der Erdarbeiten auf der Fläche entstanden ist – konnte man nun die Brücke Wasserstraße gut erreichen, ohne gegen die Einbahnstraße fahren zu müssen. Schön, dass hier jetzt ein offizieller Weg entsteht. Fehlt jetzt nur noch eine brauchbare Verkehrsführung in Richtung Barmer Innenstadt.

Ein offener Brief an die Bezirksvertretung Elberfeld

einbahnstraßeSebastian Feldhammer von Wuppertal by Bike wendet sich in einem offenen Brief an die Bezirksvertretung Elberfeld. Der Grund: Die Bezirksvertretung hatte die Öffnung der Marienstraße, in der Sitzung vom 3. Juli 2013, auf ein Jahr beschränkt und auch ich finde: Ein starkes Signal zur Förderung des Radverkehrs sieht anders aus. Aus diesem Grund danke ich Sebastian für die Initiative und unterstütze den offenen Brief voll und ganz. Hier der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wie dem Protokoll der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld am 03.07.2013 zu entnehmen ist, hat die BV Elberfeld die Öffnung der Einbahnstraßen Dorotheenstraße und Marienstraße (teilweise) für den Radverkehr in Gegenrichtung beschlossen. Die Öffnung ist zu begrüßen, die Befristung auf 1 Jahr muss jedoch als befremdlich angesehen werden.

Bereits im Jahr 2001 hat das Bundesamt für Straßenwesen den BASt-Bericht V 83 „Verkehrssicherheit in Einbahnstraßen mit gegengerichtetem Radverkehr“ herausgegeben. Zusammenfassend kommt die mehrjährige Untersuchung in 15 Städten zu dem Ergebnis, dass eine Öffnung von Einbahnstraßen weder in Bezug auf die Zahl der Unfälle noch auf die Unfallschwere negative Auswirkungen erkennen lässt. Im Gegenteil, in der Tendenz lassen andere Untersuchungen sogar darauf schließen, dass ein Sicherheitsgewinn zu erwarten ist.

Dieses Wissen ist eigentlich inzwischen verbreitet. U.a. hat das Verkehrsministerium die Voraussetzungen zur Einrichtung von geöffneten Einbahnstraßen vereinfacht, um es den Städten zu erleichtern, verstärkt Einbahnstraßen für den gegengerichteten Radverkehr zu öffnen. Wie Sie dem Protokoll der Sitzung des Wuppertaler Verkehrsausschuss vom 26.06.2013 unter Punkt 20 entnehmen können, wird jede von der Verwaltung vorgeschlagene Einbahnstraße zusammen mit der Polizei überprüft, die Mitglieder der Bezirksvertretungen können sich darauf verlassen, dass die Vorschläge alle Voraussetzungen erfüllen. Nach und nach sollen alle 400 Einbahnstraßen in Wuppertal einer Überprüfung unterzogen werden.

Dass die Bezirksvertretung Elberfeld trotzdem eine Befristung auf 1 Jahr beschließt, ist kein gutes Zeichen. Es entsteht der Verdacht, dass das Projekt Fahrradstadt Wuppertal in den entscheidungsbefugten Bezirksvertretungen versandet. In der BV Cronenberg ist offener Gegenwind zu spüren, für die BV Elberfeld ist zu befürchten, dass die Öffnungen erst mal durchgewunken werden, um sie dann nach einem Jahr still und heimlich wieder zurück zu nehmen.

Ein starkes Bekenntnis der Bezirksvertretungen zur Fahrradstadt Wuppertal wäre zu begrüßen, die nun vorliegende Entscheidung über die befristete Öffnung zweier Einbahnstraßen ist dies sicher nicht.“

Baustelle zwischen Arbeitsamt und Landgericht

46075_658031964226148_883652621_nSeit gestern früh ist der Talradweg zwischen Arbeitsamt und Landgericht gesperrt. Fußgänger können die Baustelle passieren, mit dem Fahrrad wird’s allerdings eng (und ist zu dem auch noch verboten). Für den Autoverkehr ist eine Umleitung über die B7 ausgeschildert. Eine eigene Umleitung für den Radverkehr gibt es nicht.

Talradweg: Unterbrechung am Hardtufer (Update)

baustelle_harduferIn den Sommerferien stehen am Hardtufer die Austauscharbeiten für die Schwebebahnstütze 304 auf dem Programm. An den Radverkehr wird an der Baustelle aber scheinbar nicht gedacht. Das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ wurde, auf einer der Wuppertaler Hauptfahrradrouten (Ja, der Hauptradverkehr von West nach Ost wird in Wuppertal über einen freigegebenen Fussweg geschickt), einfach abgeklebt. Weder eine Umleitung, noch ein Hinweisschild an der vorangegangenen Kreuzung weißt auf die folgende Sperrung hin. Lustiges Detail: Auf der linken Fahrbahnseite steht auf dem Schutzstreifen ein Radwegschild (237) mit dem Zusatzzeichen Ende.

Update: Die Baustelle ist inzwischen wieder beseitigt. Danke, Klimek!

Wuppertaler Einbahnstraßen sollen für Radfahrer geöffnet werden.

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In Arles gehört die für Radfahrer freigegebene Einbahnstraße seit Jahren zum Stadtbild, und auch in Wuppertal soll die Zahl der freigegeben Einbahnstraßen deutlich erhöht werden. Auf einem Workshop des Wuppertal Instituts habe ich angeregt, Einbahnstraßen „nach Aktenlage“ öffnen zu lassen. Sprich: Statt auf die Anregung der Bürger zu warten, sollte die Stadtverwaltung, dort wo es nach Aktenlage möglich ist, die Einbahnstraßen proaktiv öffnen. Scheinbar ist der Vorschlag von der Verwaltung aufgenommen worden. Dem Verkehrsausschuss hat die Stadtverwaltung nun eine Liste von 44 Straßen vorgelegt, die für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben werden können. Weitere Straßen sollen folgen. „Wuppertaler Einbahnstraßen sollen für Radfahrer geöffnet werden.“ weiterlesen

„Wuppertal kann Fahrradstadt werden“

IMG_3095„Wuppertal kann Fahrradstadt werden – größtes Hindernis ist die Haushaltslage, nicht die Topografie“. Das ist das Fazit der Studie „Strategien zur Stärkung des Radverkehrs unter schwierigen Rahmenbedingungen“, die das Wuppertal Institut heute veröffentlicht hat.

Obwohl es die Pressestelle der Stadt oft behauptet: Die Topografie ist nicht der Grund warum der Fahrradanteil in Wuppertal so gering ist. Die 55-seitige Studie von Wuppertal-Institut und Mercartor-Stiftung zeigt ein differenziertes Bild. Es gibt viele Gründe warum es im Tal mit dem Radverkehr nicht so klappt, wie in anderen Städten. Die Studie stellt neben den Problemen auch zahlreiche Lösungsmöglichkeiten vor. So könnten Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung schneller und unbürokratischer geöffnet werden, Anpassungen bei Ampelschaltungen vorgenommen werden und bei Straßensanierungen zunächst die optimale Lösung für den Radverkehr zunächst in den Mittelpunkt der Sanierung gestellt werden. Die Vorschläge wurden bei Exkursionen, durch Interviews und auf einem Workshop mit Entscheidungsträgen der Stadtverwaltung, Politik und Zivilgesellschaft* diskutiert und erarbeitet. Darauf aufbauend wurde eine dreistufige Roadmap zu einer Fahrradstadt Wuppertal entworfen, die stufenweise den Radverkehr in Wuppertal stimulieren soll. Die WissenschaftlerInnen des Wuppertal Instituts halten es durchaus für realistisch, dass Wuppertal einen Anteil des Radverkehrs von zehn Prozent aller Wege erreicht und dabei der Anteil der Wege von Fußgängern und Nutzern des öffentlichen Verkehrs annähernd gehalten wird. Die Folge: Der Anteil des PKW würde auf weniger als die Hälfte aller Wege sinken. Im Vergleich mit anderen Städten wäre dies eine sehr gute Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel.

Die gesamte – und sehr lesenswerte – Studie steht ab sofort zum Download auf den Seiten des Wuppertal-Institut zur Verfügung.

* Hinweis: Ich habe als Ein Vertreter der Zivilgesellschaft an den Interviews und dem Workshop teilgenommen.