Vorfreude ist die schönste Freude

Auch wenn die Strecke noch in Bau ist: Man ist nie alleine auf der Niederbergbahn, obwohl sie bis zum 16. Juli noch eine Baustelle ist. Nach Informationen des ADFC-Wuppertal hat man in Velbert inzwischen damit begonnen den illegalen Trassenbenutzern Bußgelder von bis zu 30 Euro aufzubrummen. Wenn dieses am Wochenende, Abends oder auf fertigen Bereichen geschehen seien soll, fände ich es übertrieben. Wenn aber nun übereifrige Trassenfans während der Arbeitszeit versuchen über eine frische Asphaltdecke zu fahren, kann ich das Verhalten der Behörden allerdings gut verstehen. So oder so: Dieser Zustand wird bald sein Ende finden und die Freude über diesen Radweg und seine schnelle und gelungene Umsetzung deutlich überwiegen. Weiter, wenn auch nicht so schnell, geht es auf der Nordbahntrasse. Die Ausschreibung für das Wegebaumaterial ist nun endlich erfolgt: Bis zum 16. August 2011 müssen die Teilnehmeranträge bei der Stadt Wuppertal eingegangen sein. Auftragsbeginn in dann im September 2011, das Ende ist auf den Oktober 2013 terminiert. Der Auftrag umfasst das Material für die Förderbereiche I und III mit je 2,8 und 4,1 Kilometern und reicht vom Tunnel Dorp bis zur Nächstebrecker Str.

Ausschreibung (externer Link)

Neues von den Trassen

Es kann so schön sein … hier z.B. der geöffnete Engelnbergtunnel.

Inzwischen gibt es einige Fortschritte bei den bergischen Bahntrassen: So scheint zur Eröffnung des Panoramaradweg Niederbergbahn am 6. Juli die komplette Strecke von Wülfrath über Velbert und Heiligenhaus nach Essen fertiggestellt und somit nutzbar zu sein. Außerdem sollen die Verbindungen zur (irgendwann mal fertiggestellten) Nordbahntrasse und zur Korkenziehertrasse ausgeschildert und hergerichtet sein. Laut ADFC-Wuppertal soll auch ein kurzes Stück der ‚alten Korkenziehertrasse‘ als Radweg hergerichtet werden. Auch die Arbeiten am Wasserquintett-Radweg schreiten voran. Aus Wuppertaler Sicht fast unvorstellbar: Die Artenschutzproblematik wurde hier vorbildlich gelöst: Im Marienheider Tunnel wird eine Zwischendecke eingezogen, der Höhsieper Tunnel wird mit einer Trennwand ausgestattet. Angesichts dieser Nachrichten sind die aktuellen Ereignisse rund um die Nordbahntrasse unverständlich: So wurde bei der EU-Kommision eine Beschwerde eingereicht und dadurch erreicht, dass das Land Nordrhein-Westfalen für den Tunnel Schee eine Wintersperre verhängt. Eigentlich braucht man doch für die Sperrung erstmal einen Weg, und auch die Arbeiten die mit einem großen Baustellenschild angekündigt werden, kommen nur langsam voran. Wie schön es allerdings seinen kann auf der Nordbahntrasse durch einen Tunnel zu fahren konnte man am Sonntag und Montag erleben. An diesen Tagen war nämlich der Tunnel Engelnberg geöffnet.

 

 

Die Trasse der Zäune

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Seit letzter Woche ist nun die geplante Sperrung der Nordbahntrasse im Bereich Konsumstraße umgesetzt. Die Sperrung eingerichtet worden, um die Brücke Konsumstraße, die über die Trasse führt, sanieren zu können. Und auch dieses Mal ging wieder eine Menge schief. Wie der ADFC Wuppertal berichtet, war zu Beginn der Sperrung noch nicht einmal ein Übergang zwischen der Trasse und der Rudolfstraße eingerichtet. Dieses ist zwar nun behoben, aber eine angemessene Beschilderung sowie eine ausgeschilderte Umfahrungsmöglichkeit fehlen weiterhin. Täglich stehen viele Trassennutzer kopfschüttelnd vor den Zäunen: Eine absurde Situation. Schön wäre es gewesen, wenn zeitgleich zur Sperrung an der Konsumstraße zumindest der Tunnel Engelnberg für die Wuppertaler Bevölkerung zur Benutzung freigegeben worden wäre. Dieses wäre zumindest ein schönes Signal gewesen, da die Sanierung der Brücke bis zu 13 Monate dauern soll. So hat man (wieder) eine Chance verpasst.
Mal sehen was die nächsten Wochen und Monate bringen, hoffentlich überdenken die Verantwortlichen einmal ihre Vorgehensweise in Sachen Außenkommunkation. Es reicht einfach nicht ein PDF und vier Durchhalteparolen auf die Webseite der Stadt zu stellen.

Nordbahntrasse: Reloaded

Schlimmer geht immer, so scheint inzwischen das Credo bei Diskussionen rund um die Nordbahntrasse zu sein. Auf der einen Seite die Umweltschützer, die nach Fledermaus und Kammmolch nun den Feuersalamander für sich entdeckt haben. Auf der anderen Seite die WuppertalBewegung und die Stadt die sich den ’schwarzen Peter‘ gegenseitig zuschieben. Konkret geht es um Erkundungsarbeiten die in der letzten Woche vor dem Portal des Scheetunnels durchgeführt worden sind, um nach einem Entwässerungssystem zu suchen. Die Naturschützer kritisieren nun, dass diese Schürfungsarbeiten mit einem kleinen Bagger durchführt worden sind. Um ihrem Standpunkt Nachdruck zu verleihen erwirkten sie einen Baustopp rund um den Tunnel Schee bei der Düsseldorfer Bezirksregierung.

Dabei hatten sich, laut WuppertalBewegung und ADFC Wuppertal, alle Beteiligten – unter ihnen auch eine Mitarbeiterin der Unteren Landschaftsbehörde in Wuppertal – für die Arbeiten auch unter Verwendung eines Baggers verständigt. Unverständlich ist nun, dass die Stadt darauf beharrt das es „immer klar gewesen (sei), dass nur händisch, also keinesfalls mit einem Bagger, gearbeitet werden dürfe.“ so Baudezernent Frank Meyer in der Westdeutschen Zeitung.

In der Kommentarsektion der Wuppertaler Lokalzeitung schäumen die Kommentatoren vor Wut, angefeuert wurde das ganze dann noch durch Vorwürfe seitens der Wuppertalbewegung, die Umweltschützer hätten nicht nur den Schutz der Umwelt im Sinn. Zweifelhaft, zumindest von der Formulierung, ist auch der Beitrag des Grünen-Abgeordnetnen Lorenz Bahr der vorschlägt „jede weitere Diskussion über das Projekt hinter verschlossenen Türen zu führen.“

Persönliche Beleidigungen und Unterstellungen sollten in der Tat nicht wie die Sau durch’s Tal gejagt werden, andererseits sollten aber Entscheidungsprozesse rund um die Trasse öffentlich gemacht werden. Wenn Protokolle, Absichtserklärungen, Terminplanungen und Lagepläne zentral an einer Stelle veröffentlich würden und die Öffentlichkeit ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen bekommen würde, wäre dem Projekt schon sehr gedient. Denn nur bei guter Informationslage ist man nicht auf Vermutungen und Unterstellungen angewiesen. Fragen wie ‚Wann wird der Engelnbergtunnel geöffnet?‘, ‚Wann wird die Trasse in Richtung Ottenbruch weitergebaut?‘, ‚Wann geht es in Richtung Barmen weiter?‘ oder ‚Wird die bestehende Trasse wirklich für den Umbau der Brücke Konsumstraße gesperrt?‘ sind die wahrscheinlich nicht nur mir unter den Nägeln brennen.

So wie es jetzt läuft kann es auf Dauer nicht weiter gehen, sonst ist das Projekt in der Tat in Gefahr, und das wäre Schade um das Projekt und ein weiteren Rückschlag für den Fahrradverkehr in Wuppertal.

Neues von der Trasse

Die Nordbahntrasse und die dazugehörigen Probleme waren nun auch Thema in einem Beitrag des WDR. In der Lokalzeit am Montag machten sich die Autoren des Beitrags einmal die Mühe über die Stadtgrenzen hinauszuschauen und die Umsetzung von Rad/Wanderwegen auf ehemaligen Bahntrassen in anderen Kommunen mit den Planungen der Stadt Wuppertal zu vergleichen, mit spannenden Resultaten, aber seht selbst …

WDR Mediathek – Lokalzeit Wuppertal

 

 

Bitte warten …

Letzten Samstag gab es – neben den furchbaren, alles überschattenden Nachrichten aus Japan – auch einige Nachrichten von der Trassenfront. Der WuppertalBewegung wurde nach langem Warten ein „Grobbauzeitenplan“ durch das ausführende Planungsbüro übermittelt. Statt jetzt im Frühjahr den Bau der Trasse voranzutreiben, soll es auf der Trasse erst im (Spät)Sommer weitergehen.

Demnach soll der Bau im August 2011 beginnen (Ottenbruch bis Mirke), alle anderen innerstädtischen Stücke im nächsten oder übernächsten Jahr. (Quelle: WuppertalBewegung)

Neben der Tatsache, dass der weiter Trassenausbau noch vier Monate ruhen soll, finde ich es ebenfalls schade, dass es in Richtung Barmen dieses Jahr überhaupt nicht voran geht. Dabei wäre doch eine solche Verbindung für den zunehmenden innerstädtischen Radverkehr sehr wichtig. Neben den alltäglichen Ärgernissen denen man als Wuppertaler Radfahrer ausgeliefert ist, besteht weiterhin ds Problem keine wirklich praktikable Verbindung zwischen Elberfeld und Barmen zu haben. Das Fahren auf der B7 finde ich sehr unangenehm, ähnliches gilt für die Wittensteinstraße, wobei hier auch noch zwei unnötige Steigungen hinzukommen. Der Gipfel ist – wörtlich – die Empfehlung durch das Radwegenetz NRW: Der Weg führt von der Hünefeldstraße über die Loher Straße auf den Hohenstein: Auch nicht unbedingt das wahre für eine Verkehrsverbindung. Warum allerdings die Wartburgstraße nicht für den Radverkehr – mit einem Schutzstreifen vergleichbar mit dem auf der Lusienstraße – geöffnet wird ist mir schleierhaft. Durch diese Maßnahme könnte man den Verkehr zwischen Barmen und Elberfeld auf einen Schlag deutlich verbessern. Schöner allerdings wäre es über die Trasse von Mirke bis zur Weskotter Str. zu radeln. Die Planungen der Bezirksvertretung Oberbarmen bezüglich der Umgestaltung der Westkotter Strasse (Nachzulesen beim ADFC Wuppertal) lassen hoffen. Nach der Umsetzung der Pläne entsteht ein zentraler Trasseneinstiegspunkt mit Fahrradweg und Busanbindung. Wollen wir hoffen, dass es bald weiter geht

Wie geht’s weiter mit dem Tunnel Engelnberg?


Der April kommt langsam auf uns zu, und ich frage mich wie es im Tunnel Engelnberg weitergeht. Wir erinnern uns: Im September 2010 wurde der Tunnel halbwegs festgestellt, doch dann auf Grund der Fledermausschonzeit von Oktober bis Anfang April verschlossen. Zwar wollte die WuppertalBewegung den Tunnel kurzfristig mit einer Beleuchtung versehen, doch die Stadt winkte, wie in der Westdeutschen Zeitung zu lesen war, ab: Der Höhenunterschied zwischen dem Geh- und Radweg sei eine „Stolperfalle“ und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Steine von der Decke fallen würden. Seit dem wurde es medial ruhig um den 171 Meter langen Tunnel. Vor dem verschlossenen Tunnelportal hingegen ist es nicht so ruhig. Einige wenige hatten am Wochenende vor dem Tunnelverschluss die Möglichkeit ergriffen auf eigene Faust den Tunnel zu erkunden, seit dem sieht man täglich Menschen vor dem verschlossenen Tunnel stehen. Spannend doch, wie faszinierend so ein Tunnel auf die Wuppertaler wirkt … und in der Tat: Auf Bahntrassenradwegen sind Tunnel quasi das Salz in der Suppe. Viele Bahntrassenradwege können vielleicht mit einem oder zwei Tunneln aufwarten, die Nordbahntrasse besitzt im innerstädtischen Bereich alleine fünf dieser Bauwerke. Das zieht nicht nur Touristen an, sondern macht auch die tägliche Fahrt zur Arbeit zu einem Erlebnis zu etwas besonderem. Ich persönlich kann es eigentlich nicht erwarten (wieder) vom Rott bis zum Bahnhof Mirke zu fahren. Seien wir gespannt, wie es nach dem 1. April am Engelnberg weitergeht …