Nordbahn: Licht am Ende des Tunnels

Gute Nachrichten für die Außenäste der Wuppertaler Nordbahntrasse. Der seit Monaten (oder gar Jahren) erwarteten Bewilligungsbescheid des Landes für die Außenbereiche ist endlich eingetroffen. Am Freitag, dem 1. Juni besuchte Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger persönlich die Nordbahntrasse am Ottenbrucher Bahnhof um offiziell die gute Nachricht zu verkünden. Mit 7,17 Millionen Euro können nun die Trassenbereiche vom Dorp-Tunnel bis zum Bahnhof Vohwinkel (ca. 5 Kilometer) und von Nächstebreck bis Schee (ca. 4,2 Kilometer) geplant und ausgebaut werden. Die Bauarbeiten im Bereich Vohwinkel sollen dieses Jahr noch beginnen, ähnliches gilt auch für den Bereich rund um den Schee-Tunnel. Hier sind die Bauarbeiten so komplex, dass sich diese, auch auf Grund der Wintersperre des Tunnels, bis 2014 hinziehen sollen. Unter’m Strich kann man sagen: Ein guter Tag für Wuppertal und den Fahrradverkehr in unserer Stadt.

Update (7. Juni 2012): Laut einem WZ-Artikel soll der Elberfelder Teil der Nordbahntrasse bis September 2012 fertig gestellt werden.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Stadt
Bericht in der WZ
Meldung beim ADFC-Wuppertal / Solingen 

3,5 statt 6 Meter!

Der ADFC in Wuppertal berichtete bereits zu Beginn des Monats von einem Spitzentreffen zwischen WuppertalBewegung und der Stadt Wuppertal in der auch der Ausbaustandard der Außenäste der Nordbahntrasse thematisiert werden sollte. Wie die Westdeutsche Zeitung gestern morgen berichtet, soll die Wegbreite der Außenäste in der Tat von den geplanten 6 auf 3,5 Meter reduziert werden. Der ADFC Wuppertal warnt in seiner aktuellen Pressemeldung vor den Folgen der Reduzierung: Gerade auf den Außenästen (Dorp – Vohwinkel) ist mit verstärkten Radverkehr zu rechnen, da dieses Stück die beste Anbindung an den Panoramaradweg Niederbergbahn darstellt, außerdem liegt an diesem Außenast der einzige Bahnhof mit Übergang zum Regional- und Nahverkehr. Die Folge: Bei einem schmaleren Weg seien Konflikte zwischen Radfahrern und Fussgängern vorprogrammiert. Zwar seien die Trassen im Umland auch nicht breiter, aber durch die wichtige Rolle, die der Nordbahntrasse im Wuppertaler Radverkehrsnetz zukommt, sei hier mit einem besonders hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Einer ersten Reaktion von Emil Blume bei Twitter „Das ist doch ein schlechter Witz“ möchte ich mich an dieser Stelle anschließen. Wir erinnern uns, als Anfang des Jahres die Frage der Tunnel- und Brücken-Sanierung aufkam, entschied sich die Stadt für teuerste der möglichen Lösungen. Der hervorragende WDR-Bericht vom 28. März 2011 zeigte damals wie umliegende Städte mit Tunneln und Brücken umgehen. Nun soll also kein Geld für eine angemessene Verbindung von Elberfeld nach Vohwinkel drin sein? Die Bedenken des ADFC teile ich. Der Begriff „Außenäste“ ist dabei in der Diskussion irreführend, geht es doch im Kern um die Anbindung Vohwinkels und damit um eine Alternative zum Talradweg auf der B7.

Die Nordbahntrasse ist eine einmalige Chance für Wuppertal. Ein breiter kreuzungsfreier Weg durch das gesamte Tal, das die Zentren von Vohwinkel, Elberfeld und Barmen verbindet. Viele Städte wünschen sich diese Art der Infrastruktur. Im Ruhrgebiet sucht man fieberhaft nach einer Wegführung für einen Fahrradschnellweg um einen Umstieg vom Auto auf das Fahrrad schmackhaft zu machen. Mit der Nordbahntrasse haben wir diese Infrastruktur. Mit der hoffentlichen Fertigstellung im Jahre 2013/14 ist aber die Arbeit noch nicht getan, danach geht es daran Anbindungen zu optimieren, Zulaufstrecken und Infrastruktur (Radwege, Fahrradschleusen …) einzurichten und den ÖPNV fahrradfreundlicher zu gestalten, vor allem bei den Verbindungen auf die Höhen Wuppertals.

Bei aller Kritik: Die Anbindungen an die Trasse nehmen in den letzten Monaten Form an und auch auf der Trasse geht es – wenn auch sehr langsam – voran. Hoffen wir, dass es im Jahr 2012 zügiger weiter geht. Bisher ist Öffnung des Dorrenbergtunnels für den Frühsommer geplant. Hoffen wir dass auch das für die Barmer weitergeht. Die Öffnung des Rotter Tunnels, des Steinweg-Viaduktes und der Trasse bis zur Westkotter Straße wäre ein großer Schritt voran.