Inspirierend: Radinfrastruktur in Kopenhagen

Journey Around Copenhagen’s Latest Bicycle Innovations! from STREETFILMS on Vimeo.

Schon jetzt ist Kopenhagen ein weltweites Vorbild für Radinfrastruktur, doch die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2015 die fahrradfreundlichste Stadt der Welt zu werden. Natürlich zieht dieses Vorhaben Radaktivisten aus aller Welt an. Einer von ihnen ist Clarence Eckerson Jr., der mit seinen Webseite Streetfilms seit Jahren Videos von vorbildlicher Infrastruktur für Rad- und Fussgänger präsentiert. Zusammen mit dem Stadtdesigner Mikael Colville-Andersen von zeigt er in diesem Video was sich in den letzten Jahren in Kopenhagen getan hat. Und es hat sich einiges getan: Von aufwändigen Bauten wie „Der Schlange“, einer Fahrradbrücke am Hafen bis zu cleveren preisgünstigen Lösungen, die das Radfahren unglaublich erleichtern, wie einer grünen Welle für Radfahrer, die mit LEDs auf dem Boden visualisiert wird. Das Video ist in englisch, aber auch für sprachlich unsichere Leser sehenswert. Der passende Blog-Eintrag von Streetfilms ist hier zu finden.

So wird’s gemacht (Pt.3) – Karten und Beschilderung

Warum gibt es in Wuppertal so wenig Radverkehr? Immer wieder beliebt: Das Topographie-Argument! Zuletzt in diesem Beitrag auf njuuz.de und in zahlreichen Kommentaren auf der Webseite der lokalen Zeitung. Es ist immer wieder das alte Dogma: Auf Grund der hohen Berge sei die Steigerung des Radverkehrs in Wuppertal nicht möglich. Gerne wird dabei übersehen, dass in Städten wie San Francisco, Vancouver, Stuttgart oder auch Zürich ebenfalls gerne und viel Fahrrad gefahren wird, trotz „bewegter Topographie“. In Wuppertal hat man es sogar besser als manch andere Stadt: Hier sind die Stadtzentren Elberfeld und Barmen sogar direkt ebenerdig verbunden, nur leider ist dieser Weg nicht für den Radverkehr erschlossen. Allerdings gilt auch: Die Berge kann man nicht wegdiskutierten, man muss mit ihnen umgehen. Was kann man also tun? „So wird’s gemacht (Pt.3) – Karten und Beschilderung“ weiterlesen

So wird’s gemacht (Pt.2) – Schutzstreifen in Fahrbahnmitte

Schutzstreifen in Fahrbahnmitte
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Wer kennt es nicht? In engen Einbahnstraßen (wie z.B. der Hünefeldstraße oder deren Fortführung am Hardtufer) ist man einem Dilemma ausgesetzt: Fahre ich zu weit rechts, begebe ich selber in Gefahr, beispielsweise durch unachtsame Autofahrer, die ohne Schulterblick die Türe öffnen. Außerdem wird man als zu weit rechts fahrender Radfahrer an Kreuzungen erst zu spät gesehen, und man selber hat auch keine gute Einsicht in die nächste Straße oder Einfahrt. Hält man den empfohlenen Abstand von mind. einem Meter zum ruhenden Verkehr, zieht man sich den Zorn der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer auf sich. Dieses Dilemma ergibt sich allerdings nur auf den ersten Blick, denn: In diesen Straßen ist das Überholen von Radfahrern schwer bis gar nicht möglich. Für die entsprechenden Abstände verweise ich auf diesen Flyer der Stadt Bielefeld und diesen Artikel von Mobilogisch. Leider setzt sich diese Einsicht nicht immer unter allen Verkehrsteilnehmern durch. Aus diesem Grund hat man sich in Soest, in der dortigen Jakobistraße, für eine neue Lösung entschieden: Einen Schutzstreifen in der Mitte der Fahrbahn. Im Grunde ist die Überlegung simpel: Wenn man alle einzuhaltende Sicherheitsabstände zu Grunde legt (Ruhender Verkehr auf beiden Seiten, Abstand vom Bürgersteig), ist der Schutzstreifen in der Fahrbahnmitte die einzig sinnvolle und sicherer Lösung, denn Platz zum Überholen ist in dieser Straße sowieso nicht. Positiver Nebeneffekt: Das Tempo in der Straße wird reduziert, die Radfahrer gewinnen an Selbstbewusstsein. Außerdem kann man, wenn man ich gerade alleine unterwegs ist, auch nebeneinander fahren. Die Stadt Soest hat mit dieser Verkehrsmaßnahme in diesem Jahr, verdientermaßen, den Deutschen Fahrradpreis in der Kategorie „Alltagsmobilität“ gewonnen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch nach Soest! Ich könnte mir diese Lösung auch in zahlreichen Straßen hier im Tal vorstellen.

Wuppertaler Einbahnstraßen sollen für Radfahrer geöffnet werden.

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In Arles gehört die für Radfahrer freigegebene Einbahnstraße seit Jahren zum Stadtbild, und auch in Wuppertal soll die Zahl der freigegeben Einbahnstraßen deutlich erhöht werden. Auf einem Workshop des Wuppertal Instituts habe ich angeregt, Einbahnstraßen „nach Aktenlage“ öffnen zu lassen. Sprich: Statt auf die Anregung der Bürger zu warten, sollte die Stadtverwaltung, dort wo es nach Aktenlage möglich ist, die Einbahnstraßen proaktiv öffnen. Scheinbar ist der Vorschlag von der Verwaltung aufgenommen worden. Dem Verkehrsausschuss hat die Stadtverwaltung nun eine Liste von 44 Straßen vorgelegt, die für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben werden können. Weitere Straßen sollen folgen. „Wuppertaler Einbahnstraßen sollen für Radfahrer geöffnet werden.“ weiterlesen

„Wuppertal kann Fahrradstadt werden“

IMG_3095„Wuppertal kann Fahrradstadt werden – größtes Hindernis ist die Haushaltslage, nicht die Topografie“. Das ist das Fazit der Studie „Strategien zur Stärkung des Radverkehrs unter schwierigen Rahmenbedingungen“, die das Wuppertal Institut heute veröffentlicht hat.

Obwohl es die Pressestelle der Stadt oft behauptet: Die Topografie ist nicht der Grund warum der Fahrradanteil in Wuppertal so gering ist. Die 55-seitige Studie von Wuppertal-Institut und Mercartor-Stiftung zeigt ein differenziertes Bild. Es gibt viele Gründe warum es im Tal mit dem Radverkehr nicht so klappt, wie in anderen Städten. Die Studie stellt neben den Problemen auch zahlreiche Lösungsmöglichkeiten vor. So könnten Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung schneller und unbürokratischer geöffnet werden, Anpassungen bei Ampelschaltungen vorgenommen werden und bei Straßensanierungen zunächst die optimale Lösung für den Radverkehr zunächst in den Mittelpunkt der Sanierung gestellt werden. Die Vorschläge wurden bei Exkursionen, durch Interviews und auf einem Workshop mit Entscheidungsträgen der Stadtverwaltung, Politik und Zivilgesellschaft* diskutiert und erarbeitet. Darauf aufbauend wurde eine dreistufige Roadmap zu einer Fahrradstadt Wuppertal entworfen, die stufenweise den Radverkehr in Wuppertal stimulieren soll. Die WissenschaftlerInnen des Wuppertal Instituts halten es durchaus für realistisch, dass Wuppertal einen Anteil des Radverkehrs von zehn Prozent aller Wege erreicht und dabei der Anteil der Wege von Fußgängern und Nutzern des öffentlichen Verkehrs annähernd gehalten wird. Die Folge: Der Anteil des PKW würde auf weniger als die Hälfte aller Wege sinken. Im Vergleich mit anderen Städten wäre dies eine sehr gute Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel.

Die gesamte – und sehr lesenswerte – Studie steht ab sofort zum Download auf den Seiten des Wuppertal-Institut zur Verfügung.

* Hinweis: Ich habe als Ein Vertreter der Zivilgesellschaft an den Interviews und dem Workshop teilgenommen.

Schutzstreifen auf der Langerfelder Straße

IMG_1171Neues aus dem Wuppertaler Osten: Im Zuge der Fahrbahnerneuerung auf der Langerfelder Straße sollen auf der Fahrbahn Schutzstreifen für den Radverkehr angelegt werden. Die Schutzstreifen sollen durchgehend eine Breite von 1,5 Metern umfassen, die restliche Fahrbahn soll eine Breite von mindestens 3 Metern aufweisen. Die Streifen werden in den Bereichen der Bushaltestellen unterbrochen. Die Baumaßnahme umfasst den Bereich zwischen der Rauentaler Bergstraße und der Badische Straße und soll in der ersten Jahreshälfte 2013 umgesetzt werden. Den Durchführungsbeschluss und die Lagepläne sind hier auf der Seiten der Stadt zu finden.

Fahrradfreundliche Nordstadt

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Wie berichtet wurden bereits vor einigen Wochen Mirker- und Eckernförder-Straße für den Radverkehr in die Gegenrichtung geöffnet. Gestern habe ich mir erstmals selbst ein Bild von der Umgestaltung machen können: Durch die Öffnung der Mirker Straße ist möglich von der Wiesenstraße aus kommend in moderater Steigung auf die Nordbahntrasse zu gelangen. In Richtung Uellendahler Straße ist es nun möglich durch die Eckernförder Straße zu fahren. An der Kreuzung besteht dann die Möglichkeit in alle Richtungen abzubiegen (nicht etwa nur in Richtung B7). Die neue Beschilderung ist sehr eindeutig. Es gibt Hinweisschilder auf beiden Straßenseiten und Fahrrichtungen. Zwischen dem Mirker Bahnhof und der Einmündung der Neuen Friedrichstraße ist nun ein Radstreifen in die Gegenrichtung eingerichtet worden. Insgesamt macht die neue Anlage einen vorbildlichen Eindruck, weiter so!