BikeCounter: Ein erstes Zwischenfazit

Seit Anfang des Jahres läuft bei der Fahrradstadt Wuppertal das Projekt BikeCounter. Die Idee: Mit Hilfe eines speziellen Formulars soll von freiwilligen Helfern der Radverkehr in Wuppertal erfasst werden. Nach einem halben Jahr kann nun eine erste Zwischenbilanz gezogen werden. Mit den vorliegenden Daten sind nun erste Aussagen zum Radverkehr in Wuppertal möglich. Es klingt zwar trivial: Eine Erkenntnis ist, dass es in Wuppertal Radverkehr gibt. An allen Punkten, an denen Radfahrende gezählt werden sollten, sind auch Radfahrende vorbeigekommen. In der Luisenstraße natürlich wesentlich mehr als auf der Max-Horkheimer-Straße, aber selbst dort konnte Radverkehr festgestellt werden. Die Hotspots liegen natürlich auf der Nordbahntrasse und auf der Talachse. Dort ist die Achse Landgericht, Neuenteich und Luisenstraße besonders stark frequentiert. Bei trockenem Wetter kommen wir am Neuenteich auf 40-80 Radfahrende pro Stunde. In der Luisenstraße sieht es ähnlich aus, wobei hier in den Abendstunden auch deutlich mehr zusammen kommen können.

Auf der Nordbahntrasse spielen die Zahlen in einer ganz anderen Liga. Die Nordbahntrasse ist zweifelsfrei das Rückgrat des Wuppertaler Radverkehrs. Am Mirker Bahnhof wurden bereits im März am Wochenende bis zu 1.000 Vorbeifahrten pro Stunde gezählt. Unter der Woche gibt es im Nachmittagsbereich Spitzen von
300 – 400 Radfahrenden. All diese Werte zeigen, dass es in Wuppertal nicht nur Potential für ausgeprägten Radverkehr gibt. Die Menschen fahren mit dem Rad, zunehmend auch von der Trasse runter in die Stadt. Die IG Fahrradstadt Wuppertal arbeitet mit Hochdruck an einer Radkarte, die clevere Wege auf bestehender Infrastruktur. Damit soll der Übergang von der Trasse auf verkehrs- und steigungsarme Wege erleichtert werden. Für die Karte, die kostenlos verteilt werden soll, werden auch noch Sponsoren gesucht (Kontakt zur IG Fahrradstadt Wuppertal gibt es hier). 

Da die Zählungen erst im Frühjahr 2015 begonnen haben, ist eine Langzeitbetrachtung noch nicht möglich. Wichtig für das Projekt ist auch, dass die Zählungen kontinuierlich durchgeführt werden. Wenn du also an solchen Zahlen interessiert bist, mach als Zähler mit! Alle Infos zu dem Projekt, das Formular und ein paar Videos von mir findest du auf der Projektseite der Fahrradstadt Wuppertal. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Daten zusammen kommen würden.

Kurz notiert

tunneldorp– Die Firma Leonhard deckt aktuell den Boden im Tunnel Dorp mit einer Sandschicht ab. Das berichtet der ADFC Wuppertal auf seiner Facebook-Seite. Durch die Sandschicht soll der Tunnel besser zu befahren sein.
– Am Mittwoch dem 04.09.2013 geht es in der Bezirksvertretung Elberfeld um die Öffnung von Einbahnstrassen auf dem Ölberg. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Verwaltungsgebäude Elberfeld (Raum 202) und ist öffentlich.
– Am Freitag findet Septemberfahrt der Wuppertaler Critical Mass statt. Los geht’s wie immer um 19 Uhr am der Schwebebahnhaltestelle Kluse. Weitere Infos hier oder bei Facebook.
– Jede Menge Fahrradthemen stehen auch auf der Tagesordnung des Verkehrsausschuss. Neben der Vorstellung des Abschlussberichts des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie zum Thema Fahrradstadt Wuppertal, steht auch die Öffnung von Fussgängerzonen auf dem Programm. Die Sitzung findet am 11. September um 16:00 Uhr im Ratsaal in Barmen statt. Auch diese Sitzung ist öffentlich.

ADFC Fahrradklimatest 2012: Wuppertal ist Schlusslicht

endeMünster vorne, Wuppertal hinten. So könnte man die Ergebnisse des ADFC Fahrradklimatest 2012 kurz zusammenfassen, der heute in Berlin präsentiert wurde. Bei der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützten Studie erreichte Wuppertal, mit einem Mittelwert von 4,55 (auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht), in der Kategorie Stadtgrößengruppe über 200.000 Einwohner den 38. von 38 Plätzen. Die gute Nachricht vorweg: In Wuppertal gibt es wenig Probleme mit Fahrraddiebstahl (2,9), die schlechte Nachricht: Es gibt Probleme bei allen anderen Fahrradthemen: Die Werte für die Themenkomplexe Stellenwert des Radverkehrs (4,9), Sicherheit beim Fahrradfahren (4,3), Komfort beim Radfahren (4,7) und Infrastruktur / Radverkehrsnetz (4,3) sprechen eine deutliche Sprache. Nun dürfen das Ergebnis wohl niemanden von den Wuppertaler Radfahrerinnen und Radfahrer überraschen, es bleibt aber zu hoffen, dass dieses verheerende Signal in der Stadtverwaltung ankommt. Die Ausführliche Analyse ist hier zu finden, außerdem gibt es einen Beitrag bei njuuz.de, bei dem der ADFC Wuppertal zu Wort kommt.