Stadt prüft Ausbau weiterer Trassen

Mit dem großen Erfolg der im Dezember eröffneten Nordbahntrasse werden die Rufe nach einer Verlängerung bzw. dem Ausbau von weiteren Trassen immer lauter. Außerdem steht die Verlängerung der kürzlich erworbenen Sambatrasse wieder auf der politischen Agenda. Die Stadt prüft nun, nach eigenen Angaben, die Möglichkeiten der Förderung und entsprechenden Eigenanteile. Das Thema Fahrradstadt Wuppertal, avanciert im Rahmen des Stadtentwicklungsprozess „Wuppertal 2025“ zu einem Schlüsselthema, dass laut Oberbürgermeister Peter Jung, „ganz oben angesiedelt“ sei. Man kann also gespannt bleiben … Doch um welche Trassen geht es konkret?

Anbindung Langerfeld
schwarzbach
Die Langerfelder Anbindung besteht aus zwei großen Brücken (eine über die Schwarzbach sowie eine Brücke über die B7) zwei kleineren Brücken und dem Wichlinghauser Tunnel. Durch eine Erweiterung würde ein dicht besiedeltes Wohngebiet an die Nordbahntrasse angeschlossen werden. Über die Spitzenstraße wird auch der Langerfelder Markt angebunden. Durch die anschließende Tempo 30-Zone besteht Anschluss an Heckinghausen. Auch eine Routenführung nach Beyenburg ist möglich. Konkrete Bestrebungen gibt es bereits seit längerem. Treibende Kräfte sind hierbei das Bürgerforum Oberbarmen und die beiden Bezirksvertretungen Langerfeld und Oberbarmen.

Update (26.06.15): Der Ausbau der an die Nordbahntrasse grenzenden Trassen war am 29. April Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen. Auf der Sitzung präsentierte der städtische Projektleiter Rainer Widman, den aktuellen Entwicklungsstand: Die Stadt sieht diesen Abschnitt als machbar und sinnvoll an. Für die Realisierung werden allerdings Fördermittel benötigt, da die Maßnahme einen hohen Planungs- und Kostenaufwand habe. In der anschließenden Diskussion stellte der Kämmerer der Stadt Dr. Johannes Slawig fest, dass er sich die Durchführung von „größeren Projekten“ erst nach Abschluss der Restarbeiten an der Nordbahntrasse vorstellen kann. Dieses wäre erst in frühestens in vier bis fünf Jahren der Fall. Vorher sei lediglich eine kurze Erweiterung der Sambatrasse möglich.

 

Loh – Hatzfeld
loh 

Die ehemalige Schlachthofbahn führte vom Bahnhof Loh über das kleinere Viadukt an der Schönebecker Straße, bis zum Discounter an der Carnaper Straße (gegenüber der Stadtwerke). Im weiteren Verlauf schlängelt sich die Trasse unterhalb des DuPont-Geländes bis nach Hatzfeld hoch. Die Strecke wurde 1980 stillgelegt, seitdem sei die Trasse immer wieder bei Bauvorhaben berücksichtigt worden, allerdings war bisher noch keine Förderung möglich. Ferner steht ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Nordbahntrasse nicht zur Verfügung.

Update (26.06.15): Die Stadt sieht für diese Verlängerung nur eine bedingte Machbarkeit.

Anbindung Schwelm
IMG_1136 Kopie

Kurz hinter der Brücke Kohlenstraße trennten sich die Strecken nach Schwelm und Hattingen. Heute ist der Abschnitt nach Hattingen Teil der ‚Nordbahntrasse‘, der Abzweig nach Schwelm hingegen wartet noch auf eine neue Bestimmung. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Ausbau der A1 die 1950 errichtete Eisenbahnbrücke abgerissen wurde. Auch im Bereich Schwelm ist die Trasse an einigen Stellen bereits bebaut. Um den Wuppertaler Bereich der Anbindung zu erhalten hat die Stadt den betreffenden Abschnitt bereits gekauft.

Update (26.06.15): Auf Grund der hohen Kosten der Autobahnbrücke, sieht die Stadt diesen Ausbau als „sinnvoll, aber unrealistisch“ an.

13 Kommentare

  1. Na jetzt scheints ja los zu gehen.
    Aber warum auch nicht, ein eigenes Schnellwegnetz für uns Radfahrer und Fußgänger klingt super?

    MfG Gregor

  2. ich prsönllich fände die Strecke nach Langerfeld, wegen der Wunderschönen Schwarzbachbrücke am Wichtigsten. .-) (upps, christoph da hat sich bei dir der Druckfehlerteufel eingeschlichen. leis mal langerfelder Strecke) die Aussicht von dort muss doch super sein!

    1. Danke für den Hinweis. Ich fände ja die Trasse nach Hatzfeld reizvoll. Mit moderater Steigung bis auf die Nordhöhen …

      1. Wie will man denn an den Stadtwerken vorbeikommen, die Unterbrechung ist m.E. noch größer als bei der NBT am Diek. Westlich der Carnaper Straße endet die Trasse doch im Lager eines Discounters, oder?

  3. Das ehemalige DuPont- und Ex-Hoechst bzw. -Herberts-Gelaende meinst Du wohl! AXALTA schimpfen die sich doch nun….
    Wenn der Abschnitt befahrbar wuerde, waere das natuerlich klasse. Die Steigung auf der Winchenbach ist fuer geuebte W’tal-Biker eh das kleinste „Problem“.

    Grueße aus ‚In Ewigkeit. Barmen‘,

    Achim

    1. Für uns „Dickmannstraßenbezwinger“ garkein Problem! 😉
      Ich sehe das Problem bei den Stadtwerken und dem Netto-Laden. Frage an den (wahrscheinlichen) Ortskenner: Ist denn die in Google Maps eingezeichnete „Grunerstraße“ am Rand des Axaltageländes begeh- oder befahrbar? Bin zwar selbst Barmer, muss aber zu meiner Schande eingestehen, dass ich diese Ecke nicht kenne.
      In einer uralten Karte habe ich dort was von „ehemaligem Riescheider Bahneinschnitt“ gelesen, war vor 20 Jahren mal auf der Suche, habe aber nichts gefunden.
      MfG, Rainer

      1. Auf die Frage, was die Befahrbarkeit der Gruner-„Straße“ angeht, antworte ich mit einem ganz entschiedenen: ‚Jein‘!
        1. ist der Weg (Straße spottet hier jeder Behauptung) ziemlich zugewuchert,
        2. ist der (wenn auch teilweise verfestigte) Schotter nicht fuer jedermanns Stollen etwas und
        3. ist der Weg sehr schmal

        Die Steigung ist ganz moderat. Nur die Aussicht ist halt auch nicht die dollste. Rechts Chemiebetrieb links Schrebergaerten sowie Schrottplatz (ab oberen Ende von unten kommend).

        Mit freundlichem Gruß,
        Achim

  4. Hat nicht besagter OB nicht erst neulich seine Autoaffinität unter Beweis gestellt und einfach mal so eine Fußgänger-Ampel abgestellt?

    Und was mich wundert, ist, dass damit Radverkehrsförderung vor allem Radverkehr außerhalb der normalen Straßen ins Auge fasst und damit im Kern Autoverkehrsförderung ist, wenn Radverkehr in Reservaten gebündelt und kanalisiert wird.

  5. Mich würde interessieren, ob es bei der angedachten Verlängerung der Sambatrasse eine Zugangsmöglichkeit am östlichen Ende des Schwarzen Weges gäbe. Der schwarze Weg liegt oberhalb der Trasse, die Güterstraße darunter. Irgendwo dazwischen, im Bereich Königshöher Weg/Quellenstraße muss ein niveaugleicher Bereich existieren. Kann allerdings sein, dass dort Privatgrundstücke sind.
    Wenn es dort keine Zugangsmöglichkeit geben wird, wird das mit den genannten 1,5 Kilometern ein ziemlich langes, von der Bebauung am Arrenberg abgeschnittenes Stück.

    @ Norbert: Stimmt!
    Dass unser jetziger OB auf einmal sein Herz für Radfahrer entdeckt hat, fällt mir auch schwer zu glauben. Natürlich ist es auch Autoverkehrsförderung, wenn „Radverkehr in Reservaten gebündelt wird“. Die alten Bahntrassen sind mit ihrer geringen Steigung aber so gut zu fahren – ich pendele seit der Eröffnung täglich 5 km über die Nordbahntrasse – da würde ich mit noch ganz anderen Leuten paktieren! 😉 Ein Verbot normale Straßen zu benutzen, geht damit ja nicht einher.
    Bis das „autoverkehrsfreie Reservat ehemalige Bahntrasse“ die Länge des „radverkehrsfreien Reservates Autobahn“ erreicht hat, gibt es noch viel zu tun.

    1. Ein radverkehrsfreundliches Straßenetz kann ohne eigene Trassen leben, eigene Trassen für den Radverkehr aber nicht ohne ein radverkehrsfreundliches Straßennetz, dass die Feinerschließung sicherstellt. Daher fängt Radverkehrsförderung, die Radverkehr als 365 Tage und 24/7-Verkehrsmittel ernst nimmt nicht bei den großen Prestige-Trassen an, sondern bei den Leuten vor der Haustür.

      Wer aber genau am Ziel anfängt, will für mich – solange er nichts gegenteiliges belegen kann – den wachsenden Radverkehrsanteil aus seinem Alltag raushalten.

      Davon ab, würde ich natürlich auch hier in Dortmund gerne solche Trassen nutzen, wenn wir sie denn hätten und diese dann nicht zu hundebelastet sind.

      1. 100% Zustimmung. Alltagsradverkehr ist nicht auf die Trasse beschränkt, genauso wie Autoverkehr nicht auf Autobahnen beschränkt ist.

Kommentar verfassen