Der Talachsenradweg ist ein Stück weiter: Die Umgestaltung der Wartburgstraße und der Farbmühle ist fast fertiggestellt. Eine neue Fahrradstraße und ein Radfahrstreifen entgegen der Einbahnstraße verbessern die Verbindung zwischen Unterdörnen und der Route über Hünefeldstraße und Hardtufer. Für alle, die zwischen Barmen und Elberfeld mit dem Rad unterwegs sind, ist das eine wichtige Verbesserung. Allerdings lohnt sich auch hier ein Blick auf die Details.
Zwischen Wasserstraße und Loher Straße können Radfahrende nun auf einem eigenen Radfahrstreifen entgegen der Einbahnstraße in Richtung Barmen fahren. Richtung Elberfeld bleibt es bei der gemeinsamen Nutzung der Fahrbahn mit dem Autoverkehr. Für den neuen Radfahrstreifen entfallen zehn Parkplätze auf der südlichen Straßenseite. Auf der Nordseite wurde das bisher teilweise auf dem Gehweg erlaubte Parken auf die Fahrbahn verlegt. Zu Fuß Gehende bekommen dadurch einen 2,50 Meter breiten Gehweg zurück.
Westlich der Loher Straße sind die Wartburgstraße und die Farbmühle bis zur Einmündung Am Brögel jetzt Fahrradstraße. Radfahrende können diesen Abschnitt in beide Richtungen nutzen. Für den Autoverkehr bleibt es bei der Einbahnregelung in Richtung Westen, die zulässige Geschwindigkeit sinkt von 50 auf 30 km/h.



Eine Fahrbahneinengung, rote Markierungen und Fahrradstraßen-Piktogramme machen den Beginn im Bereich der Tankstelle deutlich. An der Martin-Luther-Straße und am Übergang zur Farbmühle ist die Fahrradstraße bevorrechtigt. Auch das Parken wurde neu geordnet: In diesem Abschnitt entfallen insgesamt 29 Parkplätze.
Ein entscheidender Punkt ist die Querung der Loher Straße. Hier hat der Radverkehr in Richtung Barmen nun eine eigene Ampelphase. Dafür entfällt die bisherige Diagonalquerung für zu Fuß Gehende. Die Stadt Wuppertal benennt in der Beschlussvorlage selbst den Nachteil: Je nach Weg sind künftig zwei Querungen nötig, möglicherweise mit zusätzlichen Wartezeiten. Auch wenn die diagonale Verbindung nach Angaben der Stadt wenig genutzt wurde, bleibt das eine Verschlechterung für den Fußverkehr.
Und dann ist da noch die Verkehrsmenge. Laut der Stadt Wuppertal lag die Belastung der Wartburgstraße im Verkehrsmodell von 2020 bei 3.000 bis 5.000 Kraftfahrzeugen täglich. Gleichzeitig verweist die Stadt auf den AGFS-Leitfaden, nach dem in Fahrradstraßen nicht mehr als 2.500 Kraftfahrzeuge pro Tag unterwegs sein sollen. Die Stadt hofft, dass durch Tempo 30 und die weiteren Maßnahmen entlang der Strecke der Durchgangsverkehr abnimmt. Ob das gelingt, muss sich jetzt zeigen.
Genau daran wird sich die neue Fahrradstraße messen lassen müssen. Eine bevorrechtigte Verbindung in beide Richtungen ist eine wichtige Verbesserung. Ob sie sich im Alltag auch angenehm und sicher fahren lässt, hängt aber wesentlich davon ab, wie viel Autoverkehr dort bleibt und wie sich die Autofahrenden verhalten. Die Erfahrungen auf der benachbarten Hünefeldstraße zeigen, dass Markierungen allein noch keine rücksichtsvolle gemeinsame Nutzung garantieren.
Für die Umgestaltung hatte die Stadt rund 215.000 Euro veranschlagt. Ich freue mich, dass dieser Lückenschluss nun umgesetzt ist. Aus einzelnen Verbesserungen wird nach und nach eine zusammenhängende Verbindung durchs Tal. Jetzt kommt es darauf an, dass der Vorrang für den Radverkehr auch im Alltag ankommt.
Die Zusammenfassung der Vorlage wurde mit Hilfe von KI erstellt
