Wuppertal in AGFS NRW aufgenommen

Wuppertal ist nun in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW aufgenommen worden. Ein Expertengremium machte sich heute vormittag ein Bild von der Wuppertaler Rad- und Fussinfrastuktur und ließ sich von Vertretern der Stadt die Projekte der kommenden Jahre erläutern. Ich selber war, auf Einladung der Stadt, mit Fienchen bei der Befahrung dabei und konnte im Rahmen der Befahrung der Kommission das Projekt vorstellen. Hier die Pressemitteilung der Stadt Wuppertal im Wortlaut:

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur „fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt“ stand für Wuppertal am Montag, 17. Dezember, an. Eine Kommission machte sich vor Ort ein Bild von der Situation in Wuppertal. Nach dem positiven Votum noch am gleichen Tag geht die Empfehlung der Kommission jetzt an das dafür zuständige Verkehrsministerium. Dann kann Wuppertal Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrrad-freundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) werden. Der Rat der Stadt hatte im März dieses Jahres beschlossen, dass sich die Stadt um die Aufnahme in der AGFS bewerben soll. Vorteil für die Stadt, die sich bis 2025 zur Fahrradstadt entwickeln möchte: Durch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft bekommt sie Zugang zu exklusiven Fördermöglichkeiten und kann vom Erfahrungsaustausch mit den anderen fuß- und fahrradfreundlichen Kommunen profitieren.

Die Kommission, die die Wuppertaler Bewerbung bei einer Exkursion vor Ort prüft, bestand aus Politikern des Verkehrsausschusses des Landes, aus Verkehrsplanern der Ar-beitsgruppen-Mitglieder, aus Vertretern von Organisationen und Institutionen wie dem ADFC, aus Beamten des Verkehrsministeriums sowie aus Vertretern von Wuppertaler Organisationen und Mitarbeitern der Verwaltung. Die „Bereisung“ durch die Kommission startete am Zoo und führte über das Luisenviertel und den Döppersberg zur Nordbahntrasse und zum Abschluss ins Rathaus in Barmen. Dabei wurden die Orte mal zu Fuß, mal mit dem Fahrrad erkundet.

Nach der erfolgreichen Bewerbung geht der Stadt im Laufe der nächsten Monate die Bestätigung der Aufnahme und ein Zertifikat zu. Das Verkehrsministerium wird dann zeitnah das Zertifikat „Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt“ an die Stadt Wuppertal verleihen.„Unser Ziel ist die  „Fahrradstadt 2025“. Es ist eines unserer wichtigen Ziele im Rahmen unseres Projektes ‚Wuppertal 2025‘ . Zukunftsfähige, nachhaltige Mobilität ist neben einem besseren Angebot des ÖPNV nur durch einen deutlichen  Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur und eine Stärkung des Fußgängerinnen- und Fußgängerverkehrs möglich“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke. Der für Verkehr, Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt zuständige Dezernent Frank Meyer: „Unsere Bewerbung macht deutlich, dass wir dem Verkehrsmitteln Fuß und Rad eine wichtige Rolle zur Förderung zeitgemäßer Nahmobilität zuweisen. Wir wollen die Lärm- und Luftbelastung durch andere Verkehrsmittel reduzieren und dadurch auch die Lebensqualität in der Stad erhöhen.“

10 Gedanken zu „Wuppertal in AGFS NRW aufgenommen“

  1. Traditionell lässt das Engagement nach der Aufnahme nach. Ob sich Wuppertal an diese Tradition halten wird? Sonst hat man beim Verlängerungsantrag nichts mehr zu schreiben, was man noch so vorhat.

    Warum klagt eigentlich keine Kommune dagegen, dass Fördermittel an die Mitgliedschaft in einem Verein gekoppelt werden? Dass das aus Landessicht sinnvoll ist, um der Erzählung vom „Fahrradland Nr. 1“ irgendwie Substanz zu verleihen, ist klar. Aber ob das wirklich rechtlich zulässig ist?

    1. Gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Die Verlängerungspraktik finde ich auch streckenweise recht dürftig. Bisher ist nur eine Kommune aus der AGFS rausgeflogen, so – kann ich mir vorstellen – ist der Druck auf die Mitgliederkommunen überschaubar.

      1. Es wird Zeit, dass Verlängerungen nicht aufgrund von der Stadt ausgewählter Strecken für ein Alibi-Prüfung erfolgen, sondern dass die Ankündigungen aus dem letzten Antrag evaluiert werden und ein paar Benchmark-Werte.

        In Dortmund sehe ich eine politische Mehrheit für den Austritt, schließlich ist man da ja inzwischen teilweise der Ansicht, dass der Autoverkehr endlich mal gleichberechtigt werden sollte.

        https://cdudo.de/kreisparteiausschuss/mobilitaet-in-dortmund-kreisparteiausschuss-beschliesst-positionen-der-cdu/

        Auch die anderen beiden großen Parteien haben eine verzerrte Wahrnehmung ihrer Verkehrspolitik und die der Stadt.

        1. Es wird Zeit, dass Verlängerungen nicht aufgrund von der Stadt ausgewählter Strecken für ein Alibi-Prüfung erfolgen, sondern dass die Ankündigungen aus dem letzten Antrag evaluiert werden und ein paar Benchmark-Werte.

          Das ist auch meine Position, habe auch nichts anderes behauptet.

          In Dortmund sehe ich eine politische Mehrheit für den Austritt

          Dann sollen die das doch machen. Währe zumindest ehrlich.

        2. Das war anknüpfend an das gemeint, was du sagtest.

          Soviel Ehrlichkeit trauen sie sich dann leider nicht. Einerseits ist man überzeugt davon, zu wissen, was die Mehrheit will, aber anderseits traut man somit der Mehrheit nicht zu, für eine Partei zu stimmen, die das vertritt.

  2. Dafür braucht man sich nicht selbst loben. Meine Stadt ist auch dort Mitglied. Doch die Fördermaßnahmen werden leider nicht auf Sinnhaftigkeit geprüft. Obwohl sich schon viele Radfahrer in meiner Stadt über die Bedarfsampeln beschwert haben, wird auch da nichts geändert. Sogar bei einem nicht mehr vorhandenen Radweg, wird die Streuscheibe an der Ampel nicht aus getauscht. Leider wird so etwas auch nicht vom AGFS NRW geprüft. Dieser Verein ist nutzlos.

    1. Nutzlos würde ich nicht sagen. Die Kommune hat durch die Mitgliedschaft Zugriff auf Förderprogramme und Know-How, die anderen Kommunen nicht zur Verfügung stehen. Davon ab hat die Stadt Wuppertal auf der Aufnahmebefahrung, zu der mich die Stadt eingeladen hat, zahlreiche mittel- und langfristige Projekte vorgestellt, die sie mit Hilfe der AGFS-Mitgliedschaft umsetzen will.

      1. Den Nutzen sehe ich eher darin, dass man damit für ein paar Jahre weiter machen kann wie bisher und so notwendige Veränderungen aufschieben kann.

        Was für ein Know-How? Das behauptet die AGFS von sich, aber erkennbar ist nicht, dass in den Städten von der AGFS Wissen ankommt. Ganz im Gegenteil, Veränderungen kommt eher von engagierten Mitarbeitern auf der unteren Ebene in den Kommunen.

        Jaja, diese Ankündigungen für die ferne Zukunft … Was sind die denn für Wuppertal? Am Ende ist entscheidend auf den Platz bzw. hier auf dem Gehweg bzw. der Fahrbahn. Bei Wuppertal darf man nicht vergessen, dass das personelle Downgreading für den Fuß- und Radverkehr noch gar nicht so lange her ist. Aufbruch funktioniert anders. Was will Wuppertal den für den Fußverkehr nächstes Jahr tun? Oder übernächstes?

        1. Was für ein Know-How? Das behauptet die AGFS von sich, aber erkennbar ist nicht, dass in den Städten von der AGFS Wissen ankommt.

          Das liegt dann allerdings doch eher an den Kommunen als an der AGFS an sich.

          … von engagierten Mitarbeitern auf der unteren Ebene …

          Sehe ich auch so, die sind aber auch ganz anders vernetzt und zunächst sehr motiviert. Nach dem zehnten Rückschlag durch die Politik sieht das irgendwann leider anders aus.

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