Kommunalwahl 2014: Radverkehr im Wahlprogramm… (2/3)

wahl2014
Am 25. Mai 2014 finden, zeitgleich mit den Wahlen zum Europaparlament, die Wahlen zum Wuppertaler Stadtrat statt. Grund genug einmal in die Wahlprogramme der verschiedenen Parteien zu schauen und die für den Radverkehr interessanten Stellen zusammenzustellen. Dazu habe ich die Wahlprogramme der Parteien nach dem Stichwort „Fahrrad“ durchsucht. Gestern ging es um die Programme von CDU und SPD Weiter geht es heute mit den beiden größten Oppositionsparteien: Bündnis90 / Die Grünen und der FDP. Morgen folgen noch die Programme von den Linken und den Piraten.

Wahlprogramm von Bündnis 90 / Die Grünen

Mobilität und Verkehr – nachhaltig und gleichberechtigt 

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Wir werden gegen weitere zu befürchtende Kürzungen bei der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans (NVP) 2016 kämpfen und uns für die Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr) im Berufs- und Freizeitverkehr einsetzen.

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Wir setzen uns ein für:

  • (…) die Förderung des multimodalen Verkehrs (kombinierte Nutzung von Auto, Carsharing, ÖPNV, Rad)
  • (…) den Rückbau von Fahrstreifen, die nicht benötigt werden, damit der gewonnene Platz zur Verbreiterung der Geh- und Radwege genutzt werden kann,

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Wir machen Wuppertal zur Fahrradstadt

Die Nordbahntrasse wird voraussichtlich Ende 2014 durchgängig befahrbar sein und damit das Highlight des innerstädtischen und touristischen Radverkehrs sein. Ein nachhaltiger Tourismus auf dem Fahrrad wird sich entwickeln, der Besucherinnen und Besuchern vieles bietet. Eine optimierte Erreichbarkeit der attraktiven Wuppertaler Sehenswürdigkeiten auch von der Trasse wird noch mehr Chancen für den Tourismus bieten. Das Fahrrad, Pedelec und E-Bike werden somit auch mehr und mehr alltagstauglich. Die Förderung der Elektromobilität ist daher nicht nur auf Autos zu beschränken, sondern bezieht Rad fahrende mit ein.

Wir setzen uns ein für:

  • ein sicheres Radwegenetz in Wuppertal mit einem abgestimmten Radverkehrskonzept,
  • die Öffnung aller geeigneten Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung,
  • eine rasche Umsetzung der Anbindungen an die Nordbahntrasse,
  • die Anbindung der Sambatrasse an die Elberfelder Innenstadt,
  • den Ausbau weiterer ehemaliger Bahntrassen als Rad- und Wanderwege, zum Beispiel der Schwarzbach-Viadukt Richtung Langerfeld (Förderprogramm Soziale Stadt), Verlängerung der Nordbahntrasse über Wichlinghausen hinaus in Richtung Schwelm, Trasse Loh-Hatzfeld,
  • die Bereitstellung finanzieller Mittel für den Ausbau des Radverkehrs im städtischen Haushalt,
  • mehr Radfahrstreifen auf den Straßen, weniger kombinierte Rad-/ Fußwege,
  • mehr Radverkehr in vorhandenen Fußgängerzonen,
  • die Öffnung geeigneter Busspuren für den Radverkehr,
  • die Verbesserung der Mitnahmemöglichkeiten von Rädern in Bussen und Bahnen,
  • die Förderung von Bike Sharing-Systemen und
  • ein Radleitsystem zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt wie das Tanztheater Pina Bausch und Opernhaus, Schwebebahn, städtebaulich interessante Stadtviertel und Plätze, Zoo und Museen, Parks und Grünanlagen.

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen Wuppertal 

Wahlprogramm der FDP Wuppertal

Zukunftsweisende Mobilität unterstützen

Eine leistungsfähige und moderne Verkehrsinfrastruktur ist nicht nur ein wesentlicher Standortfaktor, sondern auch von großer Bedeutung, sowohl für die Lebens- qualität der Bürger als auch für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Das Miteinander von motorisiertem Individualverkehr, öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrradfahrern und Fußgängern soll gestärkt werden. Die Aspekte der Verkehrssicherheit und des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen sind damit in Einklang zu bringen. Anstelle einer weiteren Verschärfung der Umweltzonen in Wuppertal sollen die gesundheitlichen Belastungen mit Lärm, Feinstaub und andere Immissionen durch innovative Mobilitätskonzepte und moderne Technologien vermindert werden.

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Fahrradverkehr

  •  Unterstützung des weiteren Ausbaus radgeeigneter Wege, insbesondere der Erweiterung der Nordbahntrasse, z.B. nach Langerfeld über die Schwarzbachbrücke oder nach Hatzfeld
  • Schaffung von weiteren Zuwegungen zur Nordbahntrasse und Anbindung an das überregionale Radwegenetz
  • Entwicklung als fahrradfreundliche Stadt durch Radwegenetzverbesserung
  • Weitestgehende Öffnung der Fußgängerzonen für den Fahrradverkehr
  • Einrichtung von Abstellmöglichkeiten (-boxen) für Fahrräder in den Innenstädten und an ÖPNV-Haltepunkten
  • Verbesserung der Radmitnahmemöglichkeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere durch Fahrradträger an Bussen
  • Aufbau von Pedelec Abstell- und Auflademöglichkeiten an allen zentralen Umsteigepunkten

Quelle: FDP Wuppertal

 

2 Kommentare

  1. Die FDP will ein „besseres Miteinander (aller Verkehrsteilnehmer)“.
    Beim Durchlesen der Punkte bzgl. Radverkehr werde ich das Gefühl aber nicht los, dass man das beste Miteinander von PKW und Fahrrad in einem „Auseinander“ sieht.
    „Weitestgehend“ wohl sogar in den Fußverkehr…
    … die lassen dafür bestimmt jetzt schon die entsprechenden Schilder „Schritt fahren!“, „Absteigen“, etc. drucken.

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