Im Gespräch: Radschnellweg Wuppertal – Düsseldorf

Zwischen Wuppertal und Düsseldorf soll ein Radschnellweg entstehen. Zu diesem Zweck treffen sich die Oberbürgermeister der Städte Wuppertal und Düsseldorf, sowie der Landrat des Kreis Mettmann. Für mich persönlich liegt die Richtung, die dieser Radschnellweg folgen soll auf der Hand: Es ist die Strecke, die ich seit 2013 immer wieder als Critical Mass Düsseldorf Zuläufer empfehle. Die Karte der Route findet ihr hier. Von der Nordbahntrasse geht es zunächst in Richtung Solingen. An der „Polnischen Mütze“ in Haan führt die Route in Richtung Gruiten, dann an der A46 entlang in Richtung Kellertor. Durch den Wald geht es weiter in Richtung Unterbacher See und durch den Schlosspark Eller in den Innenstadtbereich der Landeshauptstadt. Dass die Route sich gut für diese Verbindung eignet zeigt übriges die Tatsache, dass der ADFC Wuppertal / Solingen – unabhängig von unseren Überlegungen – auf die selbe Route gekommen ist. Durch einen Ausbau zum Radschnellweg kann die Streckenführung natürlich noch verbessert werden. Ob dieser allerdings kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Von daher würde es nahe liegen die – jetzt schon vorhandene – Route als komfortable Velo-Route zu ertüchtigen. 

11 Gedanken zu „Im Gespräch: Radschnellweg Wuppertal – Düsseldorf“

  1. Ich bin der Ansicht, man sollte den Begriff Radschnellweg wirklich nur für bestimmte Infrastrukturen nehmen und hier von einer Radschnellverbindung, Pendlerroute o. ä. sprechen. Sonst verwischen in der Diskussion immer Sachen, die nicht zusammengehören.

    Also ich fahre im Dunkeln sehr ungern durch hohe Meisfelder und Wälder. Und das trifft sicherlich nicht nur auf mich zu. Das wird immer vergessen bei den Schönwetterbildern, mit denen für solche Verbindungen geworben wird.

    1. Die im Video vorgestellte Route zeigt den „jetzt“-Zustand. Diese ist als Radroute durchaus nutzbar. Für einen Radschnellweg lege ich – das habe ich hier im Blog immer wieder deutlich gemacht – höhere Maßstäbe an.

      – Trennung von Rad- und Fussweg
      – Planfreie/Durchgängige Linienführung
      – Damit sich die Radfahrer gegenseitig überholen können oder zu zweit nebeneinander fahren können, ist eine Mindestbreite von 4 Metern vorgeschrieben.
      – Die Strecke darf wenig Steigung aufweisen.
      – Der Weg soll (innerorts) beleuchtet sein.
      – Die Strecke muss im Winter geräumt werden.
      – Wünschenswert sei eine Länge von mindestens 5 Kilometern.

      So definierte das Land in der Machbarkeitsstudie zum RS1 einen Radschnellweg und das fand ich eigentlich recht sinnvoll.

      1. Ich bestreite doch nicht, dass die jetzt nutzbar ist, aber eben mit den Einschränkungen, dass ich da spät abends sicherlich nicht alleine fahren würde, wenn das da durch Maisfelder und Wälder geht. Und vermutlich die meisten anderen Menschen auch nicht. Das sollte bei einer Radschnellverbindung aber möglich sein, weswegen da mehr nötig ist als ein paar Schilder.

        Nun, so wird der RS 1 auch nur auf einem kleinen Teil aussehen. Und selbst da gibt es dank der Stadt Essen (Niederfeldsee, Univiertel, …) lauter Lücken.

        Für den Verzicht auf Beleuchtung außerorts gibt es keine plausible Begründung. Das muss ja keine Dauerbeleuchtung sein,.300 Meter vor mir und 100 nach mir reicht ja aus.

        Oder mit anderen Worten: Ich nehme die blumigen Ankündigungen ernst und wörtlich. 😉

        1. Sehe ich ja genauso. Habe ich ja oben geschrieben. Den Passus mit der Beleuchtung finde ich auch komisch, da er in Klammern steht, kann ich damit leben. Beim RS1 wird sich das Land aber noch nicht mal an diese Definition halten.

    2. Aus persönlicher Erfahrung muss ich dir leider sagen, dass es ein Trugschluss ist, eine Beleuchtung mit Sicherheit zu verbinden. Ich bin letztes Jahr öfters von den CMs in Essen und Bochum über den unbeleuchteten Ruhrtalradweg und die Glückauftrasse im Dunkeln nachhause gefahren. Meistens wenigstens zu zweit, gelegentlich aber auch alleine. – Überfallen worden bin ich aber am Loh auf der NBT (!) bei voller Beleuchtung und kurz nach 21h nichtmal spät Abends.

      (Und Kollegen sind selbst zu dritt schon auf der NBT bedroht worden.)

      Erst letzten Freitag bin ich nach dem Essener Nachtradeln zwischen Essen und Bochum durch die Pampa gefahren und hab mich da jederzeit sicherer gefühlt, als auf der NBT. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo wer im „Maisfeld“ hockt und auf genau den einen Radler wartet, der vielleicht irgendwann mal vorbei kommt, ist einfach viel, viel geringer, als auf Schläger oder Räuber in einer Großstadt zu treffen. – Und eine vorhandene oder nicht vorhandene Beleuchtung spielt da einfach kaum eine Rolle. Eher im Gegenteil. Ein potentieller Räuber sieht ja im Dunkeln selber auch nix bzw. wird auch leicht von einem Scheinwerfer geblendet.

      1. Da geht jetzt aber gewaltig was durcheinander.

        1) Ich sprach von meinen ganz persönlichen Sicherheitsempfinden. Sonst nix. Andere dürfen sich wohler fühlen, wenn es stock dunkel ist. Ob anteilig (absolute Zahlen sagen da nix, weil ja nicht gleichviele in der Pampa und in den Großstädten unterwegs sind) mehr Radfahrer*innen in der Pampa überfallen werden oder in der Großstadt, weiß ich nicht. Gibt dazu vermutlich auch keine Statistik.

        2) Von eigenem Erleben kann man nicht auf Generelle Risiken schließen, also die Eintrittswahrscheinlichkeit.

        3) Da wo so gut wie keiner mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, wird auch keiner gezielt nach diesen Gruppen als Opfer suchen. Wenn das aber mehr werden, bekommen das auch die bösen Buben und Mädels mit.

        4) Im Dunkeln sehe ich keine Leute, die im Gebüsch hocken,. die sehen aber mich schon von weitem.

        Auch wenn mir viele das ausreden wollen, sehe ich eine Problem darin, dass man auf den Bahntrassenradwegen weder in der Breite noch an dicht beieinander liegenden Straßenecken ausweichen kann. Kriminalitätsschwerpunkte sind das bisher nicht, aber im Fall der Fälle, sind das Fallen.

        Solange sich nicht absolute Laien wie der Bundesgeschäftsführer eines Radvereins durchsetzen werden, bleibt es ja auch in Zukunft dabei, dass es Wahlfreiheit gibt in Jahreszeit, Uhrzeit und Ort wo ich fahre.

  2. Bin ich heute gefahren, war nicht gut. (Zwischendrin war ich auch mal richtig sauer)

    Ich bin von Neuss nach Wuppertal und ab Flehe dem verlinkten Track gefolgt.
    Die Fußgängerbrücke am Unterbacher See geht gar nicht, jemand mit E-Bike, Liegerad oder viel Plörr kommt da nicht drüber.
    Warum muss ich immer wieder die A3 kreuzen?
    Weite Teile der Strecke führen unmittelbar neben Autobahnen her – dann brauch man nicht Rad fahren sondern kann sich in seinen Hummer setzen, den Russgenerator anschalten und direkt Autobahn fahren.
    Es geht immer wieder hoch und runter, was für diejenigen die aus Wuppertal kommen egal sein mag, wer aber aus Düsseldorf kommt ist nicht unbedingt ganz so alpin aufgestellt.
    Kurz und schlecht, hoch fahre ich diese Strecke nicht noch einmal.

    Zurück _wollte_ ich dann mit dem Zug, was dann aber eine andere Tragödie ist …

  3. Nachtrag:
    Für Freizeitradler oder Menschen die vom Rhein kommend hochradeln ist vermutlich eine Alternativroute interessant, die
    – mit etwas Abstand von der Autobahn verläuft
    – einen scharfen Anstieg hat, wie es beispielsweise zw. Hilden und Neanderhöhe der Fall ist.

    1. Ich kenne recht viele Leute die diese Route regelmässig nutzen. Sowohl von Wuppertal nach Düsseldorf, als auch in die Gegenrichtung. Das Feedback ist bisher durchweg positiv. Die Route ist natürlich auch nur ein Vorschlag für Leute, die mit wenig Steigung und auf direktem Wege nach Düsseldorf bzw. Wuppertal wollen. Für alle anderen gibt es die Beschilderungen des roten Radwegenetz. Hier wird man schöner, aber über Umwege geleitet.

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