Clarence von Streetfilms war ebenfalls in Nijmegen und hat auch ein tolles Video mitgebracht. Was sonst noch spannend war, jetzt in den Links am Montag:

  • Nach der Eröffnung des neuen Döppersbergs überrascht das Wuppertal Institut mit einem spannendem Impulspapier, dass nicht nur für Wuppertal, sondern auch darüber hinaus anwendbar ist.
  • Was haben Velbert und Hagen gemeinsam? Im August gründen sich in beiden Städten neue Critical Masses. Die Fahrt in Hagen startet, laut VeloCity Ruhr, am 11. August 2017 um 19:00 Uhr am Bahnhofsvorplatz, in Velbert beginnt die erste Fahrt (laut Facebook-Seite) am 12. August um 16:30 Uhr am Platz zwischen Hohenzollern-, Ost- und Sternbergstraße.
  • Tara Godddard hat für ihre Dissertation die Frage „Warum hassen Autofahrer Radfahrer?“ für die USA erörtert. Christine Lehmann vom Fahrradblog Stuttgart hat die Ergebnisse zusammengefasst.

Nachdem im April die Auftaktinformationsveranstaltung zur Aktualisierung des Radverkehrskonzepts über die Bühne gegangen war, erreichen mich immer wieder Anfragen wie der Stand der Dinge zum Thema Radverkehrskonzept aussieht: Vor allem wann die zweite öffentliche Veranstaltung stattfinden soll. Die aktuelle Roadmap wie folgt aus: Am 7. September sollen dem Verkehrsausschuss erste Ergebnisse präsentiert werden. Hierbei handelt es sich um einen Netzplan, der die wichtigen Radverkehrsachsen verdeutlichen soll. In diesem Plan sind auch u.a. die Vorschläge und Hinweise der Auftaktveranstaltung enthalten. Die Sitzung findet im Ratsaal im Rathaus Barmen statt, beginnt um 16 Uhr und ist öffentlich. Die zweite öffentliche Veranstaltung ist nun für den Herbst angepeilt und soll einen Workshop-Charakter haben.

Die Stadt hat zu diesem Thema eine Pressemitteilung herausgegeben. Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Bürgerideen fließen ins Radverkehrskonzept

Wie Wuppertal noch fahrradfreundlicher werden kann, darüber haben Stadt und Bürger gemeinsam beraten. Ein Planungsbüro arbeitet derzeit daran, die vielen Ideen und Anregungen zusammenzufassen. Erste Ergebnisse werden nach den Ferien vorgestellt.

Die Stadt bringt ihr Radverkehrskonzept auf den neuesten Stand und baut hierbei auf die Unterstützung der hiesigen Radfahrer: „Immer mehr Menschen nutzen das Rad, um in Wuppertal von A nach B zu kommen. Uns ist es wichtig, genau diese Personen bei den Planungen dabei zu haben – egal, ob sie nun regelmäßig oder nur ab und zu Rad fahren. Das Konzept profitiert von ihren Ideen“, erklärt Verkehrsdezernent Frank Meyer.

Rund 130 Bürger hatten im April eine erste Öffentlichkeitsveranstaltung genutzt, um ihre Wünsche und Vorschläge zum Radverkehrskonzept einzubringen. Seitdem arbeitet das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Kaulen aus Aachen daran, die Anregungen zu sichten, zu sortieren und zu bündeln. Auch Vor-Ort-Termine stehen für die Experten auf dem Programm.

Ziel ist es, dem Wuppertaler Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung ein erstes Ergebnis in Form von Übersichtskarten und -plänen vorstellen zu können. Die Unterlagen sollen unter anderem verdeutlichen, welche Wünsche besonders häufig von den Bürgern genannt wurden und wo in Wuppertal die Hauptachsen des Radverkehrs liegen.

Die Sitzung des Verkehrsausschusses findet statt am Donnerstag, 7. September, um 16 Uhr im Ratssaal im Rathaus Barmen, Johannes-Rau-Platz 1, und ist öffentlich. Interessierte Bürger können also als Gäste teilnehmen, wenn das Gremium über die weiteren Verfahrensschritte berät.

Auch eine zweite Öffentlichkeitsveranstaltung, bei der Bürger in Workshops wieder aktiv mitwirken können, ist geplant. Statt wie anfangs angekündigt vor den Sommerferien, wird sie allerdings erst im Herbst stattfinden können. Grund dafür sind die Vielzahl der Bürgeranregungen, die adäquat aufbereitet werden müssen, und der Wunsch, die Politik vorab einzubeziehen.


Um kurz nach drei wurde der Wuppertaler Döppersberg für den Verkehr offiziell wieder freigegeben, nachdem die Critical Mass Wuppertal und die Busse der WSW bereits „inoffiziell“ den Knotenpunkt eröffnet hatten. Bürgermeister Andreas Mucke war mit dem Rad vor Ort, Frau Reichl vom Ressort Straßen und Verkehr fuhr auf der Ladefläche eines Lastenrads zum ersten Mal offiziell durch den neuen B7-Tunnel. Nach zwei Runden mit dem Rad, kam dann auch der motorisierte Verkehr zum Zuge.

Morgen früh steht ein Großteil der neuen Verkehrsfläche am „Neue Döppersberg“ wieder zur Verfügung. Was heißt das für den Radverkehr?

Alle Radverkehrsanlagen am „Neuen Döppersberg“ sind nicht benutzungspflichtig. Das bedeutet, dass Radfahrende überall die Wahl zwischen den rot-gepflasterten Radwegen und der Fahrbahn haben. Für zahlreiche Relationen stehen darüberhinaus gar keine Radverkehrsanlagen zur Verfügung. Auf diesen Relationen bleibt nur die Fahrbahn oder das (großräumige) Umfahren des sensiblen Verkehrsknotenpunkt.

Radverkehrsanlagen in Form von Radwegen gibt es auf der B7 zwischen Brausenwerth und dem Berufskolleg Elberfeld in beiden Fahrtrichtungen. Auf Grund der Länge von wenigen hundert Metern und der Tatsache, dass der Radweg durch eine stark frequentierte Bushaltestelle (bzw. durch eine unübersichtliche Straßenkreuzung) geführt wird, empfehle ich aber an dieser Stelle direkt die Fahrbahn zu nutzen.

Unter der Fussgängerbrücke Geschäftsbrücke steht ein Zweirichtungsradweg zur Verfügung. Er beginnt an der Kreuzung Brausenwerth und endet an der Südstraße. Ferner ist die Busspur an Kreuzung Bahnhofstraße in Richtung Westen für den Radverkehr freigegeben. Diese Busspur erreicht man nur, wenn man ab der Kreuzung Brausenwerth die Fahrbahn wählt. Vom oben erwähnten Radweg gibt es keine Möglichkeit diese Busspur zu erreichen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass für alle Relationen, bis auf die Verbindung Brausenwerth – Wall, keine eigenen Radverkehrsanlagen zur Verfügung stehen. Für die Fahrt vom Brausewerth in Richtung Kleeblatt / Südstadt / Universität bleibt nur die Fahrt über die Fahrbahn. Das gleiche gilt für alle Verbindungen, die über die Bahnhofstraße oder von oder in Richtung Robert-Daum-Platz verlaufen. Für KFZ-Fahrende bedeutet das, dass sie auf allen Fahrbahnen mit Radfahrenden rechnen müssen.

Letztes Jahr habe ich mit einem nicht ganz ernst gemeinten Video für Furore gesorgt. Es ging damals über den Weg von der Nordbahntrasse zum frisch eröffneten Möbelhaus im Wuppertaler Osten.

Natürlich kann man quer durch den Wald fahren, bzw. schieben, oder direkt die Wittener Straße nehmen. Beide Optionen finde ich allerdings wenig befriedigend. Deshalb habe ich mir erneut die Frage gestellt: Wie kommt man von der Nordbahntrasse am besten zur Wuppertaler IKEA-Filiale?

Für mich kommen ingesamt drei Routen in Frage:

  1. Die direkte Route – Der Nordbahntrasse bis zur kleinen Brücke zwischen dem Haltepunkt Nächstebreck und dem Tunnel Schee folgen. Dort von der Trasse auf die Straße Holtkamp wechseln und dieser den Berg hoch folgen. An der Kreuzung zur Straße Mollenkotten nach rechts abbiegen und dann weiter bis zum „Turbokreisel“ fahren. Dort rechts in die Schmiedestraße einbiegen und bis zum Möbelhaus hinunterfahren. Die Vorteile der Strecke liegen auf der Hand: Sie ist direkt und im Steigungsteil sehr verkehrsarm. Der Nachteil: Die Strecke ist ziemlich steil. Ich empfehle diese Route nur sportlichen oder elektrisch unterstützten Radfahrerinnen und Radfahrer.
  2. Die Golfplatz-Route – Die Golfplatzroute führt – wer hätte das gedacht – über den an die Nordbahntrasse angrenzenden Golfplatz. Von Wuppertal aus fährt man durch den Tunnel Schee und weiter bis zur ersten möglichen Ausfahrt auf der linken Seite. Von aus folgt man dem Radwegenetz NRW über den Golfplatz. An der Kreuzung zur Straße Mollenkotten nach links abbiegen und dann weiter bis zum „Turbokreisel“ fahren. Die Strecke weist, da sie länger ist, eine geringere Steigung auf. Der Anstieg kam mir persönlich etwas leichter vor, als über den Holtkamp. Der Untergrund besteht allerdings teilweise aus Rasenpflaster und lässt sich dementsprechend schlecht fahren.
  3. Die Talradler.de-Empfehlung – Diese Route ist die längste der drei vorgestellten Strecken, aber diejenige mit den besten Kompromissen aus stärkeren Steigungen, leichteren Steigungen und flachen Stücken. Von Wuppertal aus fährt man durch den Tunnel Schee, weiter bis zum ersten Trassenzugang auf der rechten Seite. Dann folgt man dem Kuxloher Weg bis zur Straße Silberberg. Der Silberberg mündet in die Quellenburgstraße, die wir nur für wenige Meter nutzen. Von dort aus biegt man in die Weststraße ab, der bis zum Mündung in die Schmiedestraße gefolgt wird. Auf der Schmiedestraße fährt man für wenige Meter ohne Radverkehrsanlage im Mischverkehr mit, danach stehen Schutzstreifen zur Verfügung. Bis zur Schmiedstaße ist die Strecke sehr verkehrsarm. Geradeaus geht es über den Turbokreisel, bzw. über die benutzungspflichtigen Radwege weiter in Richtung Möbelhaus. Unterm Strich für mich zwar nicht die schnellste, aber von der Steigung her angenehmste Route. Übrigens: Radfahrende, denen einen höhere Verkehrsbelastung egal ist, können sich den Schlenker über die Weststraße auch sparen.

Alle drei Routen sind in dieser Karte zu finden:

Während die eine Hälfte vom Team Fienchen am Sonntag bei Rund um Köln an den Start ging, zog es die andere Hälfte nach Nijmegen. Dort fand das International Cargo Bike Festival 2017 statt. Auf dem Festival gab es viel Neues zu entdecken. Zahlreiche Vorträge, Möglichkeiten zum Austausch und die lockere und offene Atmosphäre rundeten dieses charmante Festival ab. Ebenfalls lohnenswert: Einfach mal eine Runde durch Nijmegen fahren. Infrastruktur, die wenige Kilometer östlich kaum vorstellbar wäre, gibt es hier flächendeckend. Hier ein paar Eindrücke des ersten Festivaltags:

Im Frühjahr 2015 hatte die IG Fahrradstadt Wuppertal in der Utopiastadt drei Projekte vorgestellt: Den NBTX – Der TrassenExpress, den BikeCounter und die Urban-Bike-Map. Während zwei diese Projekte bereits in Umsetzung sind, kam die Urban-Bike-Map nicht über den Status eines Prototyps hinaus. Grund waren hier, neben den Druckkosten, auch die Kosten für das Design und die Recherche und Überprüfung der Routen. Über das Bürgerbudget hatte sich nun eine Chance zur Realisierung dieses tollen Projektes ergeben. Nachdem ich das Projekt für die Fahrradstadt Wuppertal angemeldet hatte, bestand das Projekt den Anmeldecheck und kam, als fünft-bestes bewertete Projekt auf Anhieb in die Top 100. Diese Top 100 wurde dann am 7. Juni 2017, beim sich anschließenden Gemeinwohlcheck, auf eine Top 30 reduziert. Die Auswahl entstand, im Rahmen einer Bürgerwerkstatt wie folgt:

In 21 Kleingruppen diskutierten Wuppertalerinnen und Wuppertalern vier Runden jeweils fünf Ideen. Die Zusammenstellung der fünf Ideen für jede Runde erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Nach jeder Runde wurden die Ideen mit 1-5 Punkten bewertet. Die Idee mit dem höchsten Gemeinwohl für Wuppertal hat die Punktzahl 5 erhalten, die mit dem geringsten die Punktzahl 1. So wurde jede Idee vier Mal bewertet. Die maximale Punktzahl, die eine Idee daher im Laufe der Bürgerwerkstatt erhalten konnte, war 20. (Stadt Wuppertal)

Das Arbeiten in den Kleingruppen war überraschend produktiv. Die zufällig entstanden Gruppen diskutierten kontrovers und engagiert und kamen schließlich zu einem Konsens hinsichtlich der Punktevergabe. Während der vier Runden wurden die Punkte der jeweiligen Vorrunde bereits ausgewertet und in eine Tabelle übertragen, sodass bereits kurz nach Abschluss der Gruppenphase ein Endergebnis vorlag, in dem überraschend viele Projekte mit Fahrrad- und Fussgängerbezug enthalten waren:

  • Sambatrassen Anschluss (Platz 1)
  • Autofreier Laurentiusplatz (Platz 6)
  • Urban Bike Map Wuppertal (Platz 8)
  • Fahrradgaragen für den Ölberg (Platz 11)
  • Fahrradschuppen am Trassenaufgang Olgastraße (Platz 20)
  • Fahrradständer an den Trassenzugängen (Platz 24)
  • Autofreie Luisenstraße (Platz 26)
  • Fahrradverleih am Hbf (Platz 29)

Besonders freut mich natürlich das Abschneiden unseres Projektes. Mit dem achten Platz hat die Urban-Bike-Map eine sehr gute Bewertung erzielt. Nun gehen die Vorschläge zur detaillierten Prüfung der Kosten und Umsetzbarkeit in die städtische Kämmerei.


Die Juni-Fahrt der Wuppertaler Critical Mass begann mit einem Kuriosum. Während sich ein Teil der Masse pünktlich um 19:15 auf den Weg nach Oberbarmen machte, blieb ein Teil am Schwebebahnhof Kluse zurück, um das Ende des Schauers abzuwarten. Nach einer guten Viertelstunde brach dann auch dieser Teil auf, sodass nun zwei Critical Masses durch Wuppertal fuhren. Am Haus der Jugend fanden beide Stränge wieder zusammen und fuhren nun gemeinsam zum Loh und über den neuen Döppersberg. Mit rund 540 Teilnehmern war die Mass außerordentlich gut besucht. Vielen Dank an Joachim, der von seinem Tallbike aus den ersten Teil der Critical Mass begleitet und eingefangen hat.